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Vajasravas verlangte danach alles zu verschenken, das er hatte.
Er hatte einen Sohn, Natschiketas genannt.
Als der Junge sah, wie die Geschenke gegeben wurden, wurde sein
Herz mit Achtung und Hingabe erfüllt und er überlegte:
"Das Reich der Freudlosigkeit ist dessen Teil, der ein
Viehgeschenk macht, das seinen letzten Tropfen Wasser getrunken und das letzte
Kraut gegessen hat, bis zum letzten Milchtropfen gesogen worden ist und seine
Organe verschlissen hat."
So sagte der Junge seinem Vater: "Wem hast du vor, mich zu geben
Vater ?"
Der Vater gab keine Antwort auf die sinnlose Frage von seinem
unwissenden Sohn. Aber der Junge war beharrlich. Er stellte dieselbe Frage
wieder, und ein drittes Mal. Schließlich gab der Vater eine
ärgerliche Antwort: "Ich werde dich dem Tod geben!"
In der Einfachheit seines Herzens sprach der Junge
solchermaßen zu sich: "Unter vielen nehme ich die erste Stelle ein, bei
anderen komme ich als Zweiter, so daß ich nicht gänzlich wertlos
bin. Was mein Vater sagte, muß daher eine Bedeutung haben, ich muß
ein Werk zu tun haben, mit Jama dem Herrn des Todes."
Der Junge fuhr mit Grübeln über das Thema des Todes
fort, "Sieh, was mit Jenen, die zuvor da waren und auch mit Jenen, die nachher
kamen geschehen ist. Sterbliche Wesen reifen wie die Körner im Feld und
fallen aus, sie kommen wieder zur Geburt wie jene Körner."
Dies ist wirklich ein Geheimnis, ein Geheimnis, wozu nur der
Gott Jama einen Schlüssel hat. Das ist, warum Natschiketas zum Wohnsitz
von Jama ging und dort an des letzteren Eingangsstufe saß.
Dort saß er wartend drei ganze Nächte in der
Hoffnung, daß er eine Chance bekam Jama zu treffen.
Auch wie die Jungen Dhruva und Prahlada eine Schau
Gottes durch ihr einfaches Vertrauen gehabt hatten, erreichte der einfache,
aber beherzte Natschiketas den Wohnsitz Jamas und begegnete ihm.
Die Günstlinge Jama's gingen und sagten ihm, "Es ist ein
Brahmanenjunge da, der drei Tage an unserer Eingangsstufe wartete um dich zu
sehen, - ein Brahmane und darüber hinaus ein Gast; dies ist, wie mit Feuer
zu spielen. Du solltest gehen und ihn mit aller schuldigen Zeremonie
begrüßen. Ein Brahmane, wie du weißt, in einem Haus ankommend
und hungernd gelassen, bedeutet das Schwinden aller Tugend und schlimmes Risiko
für den weltlichen Stand."
Wir sollten das Wort Brahmane hier, im ihm von der Gita
gegebenen Sinne nehmen. Ein Brahmane ist jemand, der Brahman geweiht ist, der
höchsten Realität, er ist ein Sucher des Spirit's und dient
Ihm. Eine auf die Gesellschaft dieses Zeitalters gelegte besondere
Pflicht, sollte fällige Achtung zu dieser obersten Klasse
unterstützen und geben; denn das wahre Prestige und der wahre Wert einer
Gesellschaft hängt nicht von ihrer sichtbaren Macht oder ihrem sichtbaren
Wohlstand, sondern vom Reichtum ihres inneren Wachstums ab.
Darüber schien Jama, wie in ein wenig Aufregung. Oder er
stellte vielleicht Natschiketas Aufrichtigkeit auf eine kleine Probe. Er bot
Natschiketas einen Sitz mit aller Achtung an und, als ob für seine
frühere Vernachlässigung zu sühnen, sprach ihn
solchermaßen im demütigen Ton an:
"Du bist gezwungen worden, hier für drei Tage ohne Nahrung
zu warten, ein Brahmane und ein Gast. Akzeptiere meine Begrüßungen,
mag alles wohlauf mit mir sein." Dies bedeutete in moderner Sprache, "Sei so
freundlich, mir zu verzeihen." Jama wollte durch diese ausgesprochen
menschliche Einstellung vorschlagen, das er, trotzdem er der Tod war, kein
unkultivierter Rüpel sein mußte!
Er fuhr fort: "Natschiketas, da du hier für drei
Nächte gewartet hast, solltest du drei Gaben von mir fordern."
Natschiketas akzeptierte die Entschuldigung mit Höflichkeit ohne ein
weiteres Wort und so fragte er nach der ersten Gabe.
"Mein lieber Vater muß mit dem Bericht über
mein Verschwinden ängstlich werden, denkend, daß ich vom Tod gepackt
worden bin und nicht zurückkehren würde. Du gibst ihm bitte
Geistesfrieden, entferne das Gefühl des Mißfallens das er über
mich hat und gewähre, wenn ich von deinem Wohnsitz, als ein freier Mensch
zurückkehre, daß er mich erkennen und mich mit Freude empfangen mag.
Dies dann, O Jama wird die erste Gabe die ich wünsche sein."
Jama sagte antwortend, "Es wird genau so sein wie du sagst. Du
wirst von hier zurückkehren, dein Vater Auddalaka Aruni wird in der Lage
sein dich zu erleben wie vorher; er wird seinen Geistesfrieden haben, sehend
das du von den Klauen des Todes befreit bist, sein Ärger wird verfliegen,
er wird des Nachts einen guten Schlaf haben."
Absatz 2
Natschiketas fuhr weiter fort, "Es wird gesagt, es gibt keine
Furcht im Himmel, auch du bist dort nicht, noch ist dort der Schrecken des
Alters; die Leute leben in großer Freude, wenn sie nachdem
Überqueren von Hunger und Durst und des Schreitens zum anderen Ufer des
Kummers, in den Himmel kommen. Der du oh Tod, über dieses himmlische Feuer
weißt, spricht mit mir darüber, ich höre mit Vertrauen zu. Die
Bewohner in Himmel haben Unsterblichkeit gewonnen. Bitte beschreibe mir dieses
Geheimnis. Dies ist die zweite Gabe die ich wünsche."
Der Herr des Todes antwortete darauf: "Natschiketas, höre
dann vom Geheimnis dieses Feuers. Ich habe Kenntnis von diesem Feuer. Das Feuer
bringt einen zur Welt der Unendlichkeit. Das Feuer ist die Basis dieses
Universums. Es wohnt in einer Höhle, versteckt innerhalb unseres geheimen
Wesens."
Jama erklärte Natschiketas weiter, "Das Feuer ist der
Anfang der Schöpfung." Er offenbarte auch die geheime Kenntnis der
Methode, dieses Feuer zu entzünden, die Anzahl von Ziegeln und ihre Arten,
die beim Stapeln des Altars erforderlich sind. Natschiketas hörte diesem
allem mit großer Aufmerksamkeit zu und wiederholte zum Herrn des Todes,
was er auf diese Art gelernt hatte.
Der Tod war erfreut und sagte ihm noch mal,
·Natschiketas, ich bin mit dir sehr zufrieden, so daß ich dir eine
andere Gabe gewähre, nämlich, daß das Geheimnis vom Feuer, das
ich dir offenbart habe, nach dir benannt wird; nunmehr werden es die Leute das
Feuer von Natschiketas nennen. Ich gebe auch diesen Kranz von vielerlei Formen,
nimm ihn." Wofür dieser Kranz stand, wurde ein wenig vom Tod in derselben
Symbolsprache erklärt, die er beim Enthüllen des Geheimnisses vom
Feuer verwendet hatte. Er sagte, "Jemand, der die drei Feuer anzündet, mit
den Dreien vereint wird und fortfährt beim Ausführen der drei Werke,
schreitet über das Leben und Tod hinaus. Er lernt dann diese bezaubernde
Gottheit kennen, die aus dem Höchsten geboren ist; sie kennend, gelangt er
zum obersten Frieden."
Jama fuhr fort im Verweilen desselben Geheimnisses und machte es
vielleicht noch mysteriöser.
"Jemand, der die drei Feuer von Natschiketas gewonnen
hat, jemand, der die Kenntnis von den Dreien gewonnen hat, jemand, der das
Feuer von Natschiketas auf diese Art gesehen und erkannt und beherrscht hat,
all die Bindungen vom Tod von sich hinweggestoßen hat, allen Kummer
überschritten hat, hat das Glück des Himmels genossen. Dies dann ist
dieses himmlische Feuer des Natschiketas, das du als die zweite deiner Gaben
wählst. Nunmehr werden alle Leute sagen, daß dies wahrlich dein
Feuer ist. Natschiketas, jetzt bist du frei, um deine dritte Gabe zu
wählen."
Natschiketas antwortete, "Gut, es erhebt sich ein Zweifel
bezüglich der Wesen, die von hier abscheiden: einige sagen, daß sie
zu existieren fortfahren, andere sagen, daß sie es nicht tun. Ich will
die Wahrheit dieser Sache wissen, gib du mir dieses Wissen bitte. Dies ist die
dritte Gabe nach der ich frage."
Dies schien einige Schwierigkeit für Jama zu bereiten. Er
sagte, "Siehst du, diese Debatte ist sogar unter den Göttern seit
immerwährenden Zeiten gegangen. Dies ist ein sehr subtiler Punkt, dieses
Wissen ist nicht leicht zu bekommen noch leicht zu begreifen. Du hättest
besser nach irgendeiner anderen Gabe gefragt, presse mich nicht weiter in
diesem Punkt, diese Suche gibt auf."
Aber, wie wir ohne Zweifel bis jetzt gesehen haben, war
Natschiketas auf diese Art nicht davon abzubringen. Er rief aus: "Aber dies ist
eigenartig! Sogar die Götter finden es eine Sache zum Debattieren, du
sagst auch, daß es nicht leicht begriffen wird. Aber ich werde niemand
anderen wie dich haben, der mit mir über diese Sache spricht. Und ich
betrachte keine andere Gabe wert zu bekommen, verglichen mit dieser."
Der Tod für seinen Teil, versuchte dem Jungen auch
einzureden, es zu vergessen, - ihn vielleicht als bloßes Kind nehmend. Er
sagte: "Nachiketas, wähle Söhne und Enkel, hundert Jahre lebend,
wähle eine Menge Rinder, Pferde und Elefanten, Gold und Juwelen. Nimm als
deinen Anteil gewaltige Landstücke, lebe für so viele Jahre wie es
dir gefällt. Wenn du außerdem jede andere Gabe als gleich wert zu
haben betrachtest, frage nach ihr; wähle ebensoviel Reichtum wie du magst
und ewiges Leben. Oder, wenn du ein ganzes Königreich wünschst, werde
ich deinen Wunsch nach all diesen wünschenswerten Dingen
erfüllen."
Jama fuhr fort, der Liste von wünschenswerten Dingen
hinzuzufügen in der Hoffnung, daß vielleicht am Ende der Junge
gewonnen werden könnte. "All die wünschenswerten Dinge, die schwer
sind auf dieser sterblichen Erde zu bekommen, kannst du genau so wie es dir
gefällt fordern. Reizende Maiden mit ihren Wagen und Liedern und Tanz, wie
es nichts für Menschen passenders gibt -- dies alles ich werde dir zum
Willen für deinen Genuß geben. Aber frage nicht mehr nach dem Tod."
Absatz 3
Aber Natschiketas war kein bloßer Junge oder unreifer
Jugendlicher. Seine Antwort war unmittelbar: "Alles, das du benannt hast, O
Zerstörer reicht nur bis zum morgigen Tag. Es gibt kein Organ oder keinen
Sinn, der im Verlauf der Zeit nicht abstumpft. Und wenn es auch eine ganze
Lebensspanne dauert, ist dies auch noch wenig. Laß diese Wagen und Maiden
O Jama dein sein, dein das Lied und der Tanz. Der Mensch wird nicht von
Reichtümern, O Tod zufriedengestellt. Und hier wird kein Mangel an
Reichtum sein, wenn ich auf dich in Person geschaut habe. Ich werde leben,
solange du magst, aber meine Wahl ist nur diese Gabe allein. Du magst dies
selbst betrachten. Hat einmal ein Sterblicher, der hier im Griffe physischer
Materie verweilt, die Gegenwart der unalternden Unsterblichen gefühlt, das
wahre Wissen gewonnen, hat die wahre Natur der Schönheit und der
Leidenschaftlichkeit und des Vergnügens erkannt, welche Freude kann er an
diesem vorübergehenden Leben haben? Sage mir, O Tod mehr über diese
endlose Debatte, darüber was nach der großen Auslöschung nicht
ist oder ist. Das tiefe Geheimnis vom Jenseits, es ist dies, daß ich
verstehen will. Natschiketas fordert keine andere Gabe von dir."
Jama fand es nicht mehr möglich, ihn davon abzubringen. Er
fuhr fort, Natschiketas sein geheimes Wissen darzulegen. Er begann mit dem
geheimen Wort, welches Natschiketas bereits schon erhalten und von selbst
begriffen hatte.
Der Mensch hat zwei offene Tore vor sich, die zu zwei
verschiedenen Pfaden führen: eine ist die des Wohls, die andere dessen was
angenehm ist. Die zwei führen in entgegengesetzte Richtungen. Natschiketas
hatte auf das Angenehme verzichtet und das Wohl gewählt. Aufgrund dieser
Wahl, hängt am Anfang und während jeden Schrittes, der Fortschritt
und die Aufwärtsevolution des Menschen ab. Der nur, der das Gute erkennen
und wählen kann gewinnt das Höchste, die Höchste Realität.
Natschiketas hatte auch diese Gewinne gemacht, er stand unter spirituellen
Menschen zu vorderst, Brahmistha.
Es gibt in dieser Geschichte ein ungelöstes Problem,
welches widerum Anlaß zu einer Debatte geben könnte. Ich
werde das als mein Thema nehmen, indem was folgt.
Jama belehrte Natschiketas über das Geheimnis vom Feuer als
die zweite Gabe. Die Frucht dieses Wissens, des Gewinnes den es bringt, ist
beschrieben worden. Es ist der Gewinn der himmlischen Welt, wo man
Unsterblichkeit genießt; es ist eine Welt der Freude, wo der Tod nicht,
noch das Alter und Furcht und Trauer noch Hunger und Durst ist.
Und was ist dieses Feuer? Feuer ist der Ursprung der Welten, der
Reiche der Unendlichkeit; in seiner eigensten Natur, ist Feuer der Anfang und
die Unendlichkeit, Unsterblichkeit und Freude. Und wo verweilt es? Es liegt
versteckt, wie in einer Höhle. Welche Höhle dies ist, wird
später erörtert. Für den Moment wird es gut sein, sich daran zu
erinnern, daß das Feuer ein Täter des Dreifachen Werkes ist, und
Es Wissen über Ihn hat, oder was vom Höchsten geboren
ist.
Das Problem ist: Beläuft sich dies alles nicht auf das, was
die Gita als "ein gemischtes Wort" beschreibt? Natschiketas wünschte, als
dritte Gabe zu wissen, welche von den zwei Meinungen, die den Zustand des
verkörperten Wesens bei seinem Weggang von hier nach dem Tod betreffen,
nämlich ob es zu existieren fortfährt oder zu sein aufhört, ist
die wirkliche Wahrheit der Sache. Aber ist das Geheimnis, was über dem Tod
hinaus liegt, nicht schon geoffenbart worden, was in Verbindung mit der zweiten
Frage oder Gabe darüber gesagt worden ist, zur himmlischen Welt zu
gelangen, vom Genuß der Unsterblichkeit, der Gesellschaft von den
Göttern und so fort ? Wo liegt dann der Punkt, im erneuten Stellen
derselben Frage?
Als Anfangsschlüssel zum Problem müssen wir bedenken,
daß die himmlische Welt, auch ohne den Tod des Körpers erlangt
werden kann, ?durch Vonsichstoßen der Todesbande in seinem Angesicht ?,
wie der Text sagt, oder wie in der üblichen Interpretation, bevor dem Tod
erliegend. Natschiketas selbst hatte diese Meisterleistung erreicht. Die
himmlische Welt ist wie als eine andere Nachbarschaft oder ein anderer Wohnsitz
begriffen worden, eine Welt von Freude, wo es kein Alter, keinen Tod oder keine
Trauer und kein Leiden gibt. Aber es impliziert nicht irgendeinen in einem
Kampf mit dem Tod gewonnenen Sieg, irgendeine über den Tod erhaltene
Meisterschaft. Alles, das hier zu geschehen scheint ist, daß der Tod
vielleicht beiseite gedrückt oder umgangen worden ist. Es gibt hier
lediglich eine Abwesenheit des Todes, es ist nicht unter Kontrolle gebracht
worden. Der Tod mag nicht in diesem Wohnsitz anwesend sein, aber er sitzt in
seinem Unterschlupf und ist frei, umher zu gehen, wo er will, - selbst wenn es
innerhalb von Grenzen ist. Es hat keine Auslöschung des Todes gegeben.
Absatz 4
In seiner dritten Gabe will Natschiketas wissen, ob es jenseits
des physischen Todes irgendeine Überschreitung des Todes gibt. Angenommen
das der Himmel erlangt ist, was geschieht aber danach über die himmlische
Welt hinaus? Denn dies wird auch manchmal gesagt, daß der Genuß des
Himmels nur für eine Zeitlang ist; egal wie lang diese Zeit ist, nachdem
die Dauer vorüber, muß man zur Erde zurückkommen, - dem Tod
muß wiederum begegnet werden. Aus dieser Sicht, wenn die Seele des
Menschen unsterblich ist, geht die Unsterblichkeit nicht über den Himmel
hinaus, und es ist nichts weiter als der Genuß des Himmels.
In der Tat, sprechen die Upanischaden von zwei Arten der
Unsterblichkeit. Eine ist zeitliche Unsterblichkeit, das heißt, Leben
für immer, die andere ist über die Zeit hinaus in der
endgültigen Wirklichkeit oder der Höchsten Wahrheit; eine ist
kosmisch, die andere transzendent. Es gibt ebenso zwei Arten von Ewigkeit und
Unendlichkeit. Eine ist im Bezug auf die Zeit, mit Zeit als ihrer Basis und
untrennbar vom Fortschritt der Zeit, dessen, was in der gewöhnlichen
Ansicht, beschrieben ist als dauern solange wie Sonne und Mond. Die
andere ist über alle Schöpfung oder Manifestation hinaus, sich
über ihr im obersten Status befindlich.
Was Natschiketas zu wissen wünschte, war dies. Die
Götter sind zeitliche Wesen. Wie groß und mächtig sie auch
immer sein mögen, sie die für immer mit einem ewigen Leben fortdauern
und keinen Tod haben, können das Geheimnis vom Tod nicht kennen. Sie
könnten jenseits der Grenzen des Todes leben, und der Tod ist ihnen fremd.
Jedoch sind sie über die Wahrheit, die über Zeit hinaus geht, die
durch den Tod und durch das Schreiten zum anderen Ufer des Todes erreicht
werden muß, unwissend. Das ist, warum Jama sagt, daß die
Götter voller Zweifel und über diese Sache ratlos sind. Aber Jama
selbst ist im Besitz dieses Wissens, er weiß von der Wahrheit, die
jenseits von ihm liegt, an der anderen Küste. Natschiketas sagt zu Jama,
"Da ich in der Lage gewesen bin, dich zu finden, bin ich sicher, dieses Wissen
zu gewinnen; es gibt keinen anderen so weise, der darüber sprechen kann."
Der Grund dafür, daß Jama Vaivasvata genannt worden ist, ist
weil er von Vivasvan, dem Sonnengott, Surya Savitri geboren
ist.
Surya Savitri steht für das höchste Wissen, Er
ist das Oberste Bewußtsein, von der die Erschaffung des Universums
herkommt. Jama ist die Lebenskraft, der Bestimmer der Welten mit ihren Rhythmen
des Lebens. Er ist hier in dieser Manifestation des Lebensspiels, der Vertreter
von Savitri und Feuer ist sein Fahrzeug, Instrument oder Symbol. Geradeso wie
Surya Vivasvan ist, der Höchste Glänzende, ist Jama ebenso das
kosmische Wesen, alle kosmische Macht und universale Kraft sind sein. Surya ist
supra-kosmisch, und gehört zum Jenseits. Feuer ist kosmisch, gehört
zu unseren Welten. Oder, um es genauer auszudrücken, Surya ist der Punkt
des Übergangs vom Jenseits zu diesen Welten; das Feuer ist so ein Punkt
von den Welten zum Jenseits.
Das Geheimnis vom Feuer, das Natschiketas von Jama enthüllt
wurde, würde ihm die irdische Verwirklichung, nämlich den Sieg
über die Zeit - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft -, das Erlangen
zeitweiliger Unsterblichkeit oder des Himmels geben. Die auf diese Art
erhaltene Meisterschaft besteht aus einem Satz von Trios: sie hat drei Linien
der Erfüllung, sie verhält sich auf drei Weisen in den drei Welten,
überall in den drei Abteilungen der Zeit. Die drei Welten sind, wie wir
sie kennen, Geist, Leben und Körper; alles Bestreben und Erlangen hier auf
der Erde betreffen dieses Trio. Der Altar des Feuers hier wird vom inneren und
äußeren Rahmen der Menschen geschaffen; die Ziegel von diesem Altar
sind sein Körper, sein Leben und sein Geist mit all ihren
Aktivitäten; der vielgestaltige Kranz von dem Jama spricht, ist diese
niedrigere Natur mit ihren vielfältigen Formen. Feuer ist das Symbol der
bewußten Kraft und Energie, die in der innersten Tiefen des sterblichen
Rahmens verborgen liegen, es ist die Kraft der Askese des Innenwesens.
Durch Folgen des Pfades der dreifachen Arbeit, konnte
Natschiketas die zeitweilige Verwirklichung erreichen. Was er jetzt brauchte,
war die Verwirklichung über die Zeit hinaus, dies ist das, was er als
seine dritte Gabe forderte: nach der Kenntnis der Welten, das Wissen vom
Höchsten, - die transzendente Verwirklichung, nach der kosmischen.
Absatz 5
Feuer ist als der Ursprung der Welten beschrieben worden,
Es ist der Anfang der Welten, ihre Quelle. (Denken
sie an den Ausspruch Heraklits. A.d.Üb.) Es ist auch die
urzeitliche Welt für das Erdprinzip; diese unsere Erde, dieses physische
Universum, ist der Ort Agnis, Sein eigener Wohnsitz und sein eigenes
Wirkungsfeld. Der groben Physis zugrunde liegend, ist das Unterbewußte,
und innerhalb des Unterbewußten, hält sich dieses Feuer oder diese
Macht der Askese und bewußter Kraft verborgen. Unter diesem geheimen
Impuls ist es, daß sich die Schöpfung bewegt. Es ist dieses Feuer,
das Natschiketas seine endgültige Verwirklichung gibt. Wir könnten in
den Worten der Ischa Upanischade sagen, daß er zuerst aufgrund der
zweiten Gabe, über den Tod hinaus durch das Wissen der Unwissenheit
gelangt; danach gewinnt er durch seine dritte Gabe Unsterblichkeit, durch das
Bemeistern des höchsten Wissens. Dies ist die ihm am Ende versprochene
Frucht.
Natschiketas gewann dieses Wissen, die ganze Joga-Methode, wie
sie ihm persönlich vom Herrn des Todes geoffenbart. Befreit von aller
Unreinheit und der Möglichkeit des Todes, gelangte er zum höchsten
Zustand. Irgendein Anderer, der seinem Pfad folgen würde, würde diese
Verwirklichung des Selbstes ebenso wie Natschiketas erhalten. |