Die Katha Upanischade

Ein Kommentar von Nolini Kanta Gupta

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Einführung

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Um die Upanischaden besser zu verstehen, muß man die Kenntnis vom Aufbau des vedantischen Universums besitzen. Dieses Universum besteht aus 7 großen Ebenen. Die unteren drei, stellen die niederen Ebenen dar, die drei oberen die Höheren. Dazwischen steht die Gnosis oder das Supramental, wie Schri Aurobindo es genannt hat. Ein Sterblicher würde also nach der Lehre der Upanischade, auch wenn er die Befreiung vom Ego und die Einheit mit seiner göttlichen Seele erlangt hat, noch innerhalb der drei niederen Ebenen verweilen, - also immer noch im Herrschaftsbereich des Todes. Der Himmel befindet sich somit noch innerhalb der niederen Ebenen, und er kann sowohl im Körper als auch ohne materiellen Körper erlangt werden! Erst wenn die Zwischenzone überschritten ist, sind wir von der endgültigen Versklavung vom Tode befreit.

Dies ist die Botschaft der Katha Upanischade und der Tod weist auf dieses Geheimnis hin. Nolini (1889 - 1983), einer der frühesten Schüler Schri Aurobindos, erläutert dies mit einfachen und deutlichen Worten.
R.H.

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Jama - Natschiketas

Absatz 1 Absatz 2 Absatz 3 Absatz 4 Absatz 5

Absatz 1


Vajasravas verlangte danach alles zu verschenken, das er hatte. Er hatte einen Sohn, Natschiketas genannt.

Als der Junge sah, wie die Geschenke gegeben wurden, wurde sein Herz mit Achtung und Hingabe erfüllt und er überlegte:

"Das Reich der Freudlosigkeit ist dessen Teil, der ein Viehgeschenk macht, das seinen letzten Tropfen Wasser getrunken und das letzte Kraut gegessen hat, bis zum letzten Milchtropfen gesogen worden ist und seine Organe verschlissen hat."

So sagte der Junge seinem Vater: "Wem hast du vor, mich zu geben Vater ?"

Der Vater gab keine Antwort auf die sinnlose Frage von seinem unwissenden Sohn. Aber der Junge war beharrlich. Er stellte dieselbe Frage wieder, und ein drittes Mal. Schließlich gab der Vater eine ärgerliche Antwort: "Ich werde dich dem Tod geben!"

In der Einfachheit seines Herzens sprach der Junge solchermaßen zu sich: "Unter vielen nehme ich die erste Stelle ein, bei anderen komme ich als Zweiter, so daß ich nicht gänzlich wertlos bin. Was mein Vater sagte, muß daher eine Bedeutung haben, ich muß ein Werk zu tun haben, mit Jama dem Herrn des Todes."

Der Junge fuhr mit Grübeln über das Thema des Todes fort, "Sieh, was mit Jenen, die zuvor da waren und auch mit Jenen, die nachher kamen geschehen ist. Sterbliche Wesen reifen wie die Körner im Feld und fallen aus, sie kommen wieder zur Geburt wie jene Körner."

Dies ist wirklich ein Geheimnis, ein Geheimnis, wozu nur der Gott Jama einen Schlüssel hat. Das ist, warum Natschiketas zum Wohnsitz von Jama ging und dort an des letzteren Eingangsstufe saß.

Dort saß er wartend drei ganze Nächte in der Hoffnung, daß er eine Chance bekam Jama zu treffen.

Auch wie die Jungen Dhruva und Prahlada eine Schau Gottes durch ihr einfaches Vertrauen gehabt hatten, erreichte der einfache, aber beherzte Natschiketas den Wohnsitz Jamas und begegnete ihm.

Die Günstlinge Jama's gingen und sagten ihm, "Es ist ein Brahmanenjunge da, der drei Tage an unserer Eingangsstufe wartete um dich zu sehen, - ein Brahmane und darüber hinaus ein Gast; dies ist, wie mit Feuer zu spielen. Du solltest gehen und ihn mit aller schuldigen Zeremonie begrüßen. Ein Brahmane, wie du weißt, in einem Haus ankommend und hungernd gelassen, bedeutet das Schwinden aller Tugend und schlimmes Risiko für den weltlichen Stand."

Wir sollten das Wort Brahmane hier, im ihm von der Gita gegebenen Sinne nehmen. Ein Brahmane ist jemand, der Brahman geweiht ist, der höchsten Realität, er ist ein Sucher des Spirit's und dient Ihm. Eine auf die Gesellschaft dieses Zeitalters gelegte besondere Pflicht, sollte fällige Achtung zu dieser obersten Klasse unterstützen und geben; denn das wahre Prestige und der wahre Wert einer Gesellschaft hängt nicht von ihrer sichtbaren Macht oder ihrem sichtbaren Wohlstand, sondern vom Reichtum ihres inneren Wachstums ab.

Darüber schien Jama, wie in ein wenig Aufregung. Oder er stellte vielleicht Natschiketas Aufrichtigkeit auf eine kleine Probe. Er bot Natschiketas einen Sitz mit aller Achtung an und, als ob für seine frühere Vernachlässigung zu sühnen, sprach ihn solchermaßen im demütigen Ton an:

"Du bist gezwungen worden, hier für drei Tage ohne Nahrung zu warten, ein Brahmane und ein Gast. Akzeptiere meine Begrüßungen, mag alles wohlauf mit mir sein." Dies bedeutete in moderner Sprache, "Sei so freundlich, mir zu verzeihen." Jama wollte durch diese ausgesprochen menschliche Einstellung vorschlagen, das er, trotzdem er der Tod war, kein unkultivierter Rüpel sein mußte!

Er fuhr fort: "Natschiketas, da du hier für drei Nächte gewartet hast, solltest du drei Gaben von mir fordern." Natschiketas akzeptierte die Entschuldigung mit Höflichkeit ohne ein weiteres Wort und so fragte er nach der ersten Gabe.

"Mein lieber Vater muß mit dem Bericht über mein Verschwinden ängstlich werden, denkend, daß ich vom Tod gepackt worden bin und nicht zurückkehren würde. Du gibst ihm bitte Geistesfrieden, entferne das Gefühl des Mißfallens das er über mich hat und gewähre, wenn ich von deinem Wohnsitz, als ein freier Mensch zurückkehre, daß er mich erkennen und mich mit Freude empfangen mag. Dies dann, O Jama wird die erste Gabe die ich wünsche sein."

Jama sagte antwortend, "Es wird genau so sein wie du sagst. Du wirst von hier zurückkehren, dein Vater Auddalaka Aruni wird in der Lage sein dich zu erleben wie vorher; er wird seinen Geistesfrieden haben, sehend das du von den Klauen des Todes befreit bist, sein Ärger wird verfliegen, er wird des Nachts einen guten Schlaf haben."


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Absatz 2


Natschiketas fuhr weiter fort, "Es wird gesagt, es gibt keine Furcht im Himmel, auch du bist dort nicht, noch ist dort der Schrecken des Alters; die Leute leben in großer Freude, wenn sie nachdem Überqueren von Hunger und Durst und des Schreitens zum anderen Ufer des Kummers, in den Himmel kommen. Der du oh Tod, über dieses himmlische Feuer weißt, spricht mit mir darüber, ich höre mit Vertrauen zu. Die Bewohner in Himmel haben Unsterblichkeit gewonnen. Bitte beschreibe mir dieses Geheimnis. Dies ist die zweite Gabe die ich wünsche."

Der Herr des Todes antwortete darauf: "Natschiketas, höre dann vom Geheimnis dieses Feuers. Ich habe Kenntnis von diesem Feuer. Das Feuer bringt einen zur Welt der Unendlichkeit. Das Feuer ist die Basis dieses Universums. Es wohnt in einer Höhle, versteckt innerhalb unseres geheimen Wesens."

Jama erklärte Natschiketas weiter, "Das Feuer ist der Anfang der Schöpfung." Er offenbarte auch die geheime Kenntnis der Methode, dieses Feuer zu entzünden, die Anzahl von Ziegeln und ihre Arten, die beim Stapeln des Altars erforderlich sind. Natschiketas hörte diesem allem mit großer Aufmerksamkeit zu und wiederholte zum Herrn des Todes, was er auf diese Art gelernt hatte.

Der Tod war erfreut und sagte ihm noch mal, ·Natschiketas, ich bin mit dir sehr zufrieden, so daß ich dir eine andere Gabe gewähre, nämlich, daß das Geheimnis vom Feuer, das ich dir offenbart habe, nach dir benannt wird; nunmehr werden es die Leute das Feuer von Natschiketas nennen. Ich gebe auch diesen Kranz von vielerlei Formen, nimm ihn." Wofür dieser Kranz stand, wurde ein wenig vom Tod in derselben Symbolsprache erklärt, die er beim Enthüllen des Geheimnisses vom Feuer verwendet hatte. Er sagte, "Jemand, der die drei Feuer anzündet, mit den Dreien vereint wird und fortfährt beim Ausführen der drei Werke, schreitet über das Leben und Tod hinaus. Er lernt dann diese bezaubernde Gottheit kennen, die aus dem Höchsten geboren ist; sie kennend, gelangt er zum obersten Frieden."

Jama fuhr fort im Verweilen desselben Geheimnisses und machte es vielleicht noch mysteriöser.

"Jemand, der die drei Feuer von Natschiketas gewonnen hat, jemand, der die Kenntnis von den Dreien gewonnen hat, jemand, der das Feuer von Natschiketas auf diese Art gesehen und erkannt und beherrscht hat, all die Bindungen vom Tod von sich hinweggestoßen hat, allen Kummer überschritten hat, hat das Glück des Himmels genossen. Dies dann ist dieses himmlische Feuer des Natschiketas, das du als die zweite deiner Gaben wählst. Nunmehr werden alle Leute sagen, daß dies wahrlich dein Feuer ist. Natschiketas, jetzt bist du frei, um deine dritte Gabe zu wählen."

Natschiketas antwortete, "Gut, es erhebt sich ein Zweifel bezüglich der Wesen, die von hier abscheiden: einige sagen, daß sie zu existieren fortfahren, andere sagen, daß sie es nicht tun. Ich will die Wahrheit dieser Sache wissen, gib du mir dieses Wissen bitte. Dies ist die dritte Gabe nach der ich frage."

Dies schien einige Schwierigkeit für Jama zu bereiten. Er sagte, "Siehst du, diese Debatte ist sogar unter den Göttern seit immerwährenden Zeiten gegangen. Dies ist ein sehr subtiler Punkt, dieses Wissen ist nicht leicht zu bekommen noch leicht zu begreifen. Du hättest besser nach irgendeiner anderen Gabe gefragt, presse mich nicht weiter in diesem Punkt, diese Suche gibt auf."

Aber, wie wir ohne Zweifel bis jetzt gesehen haben, war Natschiketas auf diese Art nicht davon abzubringen. Er rief aus: "Aber dies ist eigenartig! Sogar die Götter finden es eine Sache zum Debattieren, du sagst auch, daß es nicht leicht begriffen wird. Aber ich werde niemand anderen wie dich haben, der mit mir über diese Sache spricht. Und ich betrachte keine andere Gabe wert zu bekommen, verglichen mit dieser."

Der Tod für seinen Teil, versuchte dem Jungen auch einzureden, es zu vergessen, - ihn vielleicht als bloßes Kind nehmend. Er sagte: "Nachiketas, wähle Söhne und Enkel, hundert Jahre lebend, wähle eine Menge Rinder, Pferde und Elefanten, Gold und Juwelen. Nimm als deinen Anteil gewaltige Landstücke, lebe für so viele Jahre wie es dir gefällt. Wenn du außerdem jede andere Gabe als gleich wert zu haben betrachtest, frage nach ihr; wähle ebensoviel Reichtum wie du magst und ewiges Leben. Oder, wenn du ein ganzes Königreich wünschst, werde ich deinen Wunsch nach all diesen wünschenswerten Dingen erfüllen."

Jama fuhr fort, der Liste von wünschenswerten Dingen hinzuzufügen in der Hoffnung, daß vielleicht am Ende der Junge gewonnen werden könnte. "All die wünschenswerten Dinge, die schwer sind auf dieser sterblichen Erde zu bekommen, kannst du genau so wie es dir gefällt fordern. Reizende Maiden mit ihren Wagen und Liedern und Tanz, wie es nichts für Menschen passenders gibt -- dies alles ich werde dir zum Willen für deinen Genuß geben. Aber frage nicht mehr nach dem Tod."


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Absatz 3


Aber Natschiketas war kein bloßer Junge oder unreifer Jugendlicher. Seine Antwort war unmittelbar: "Alles, das du benannt hast, O Zerstörer reicht nur bis zum morgigen Tag. Es gibt kein Organ oder keinen Sinn, der im Verlauf der Zeit nicht abstumpft. Und wenn es auch eine ganze Lebensspanne dauert, ist dies auch noch wenig. Laß diese Wagen und Maiden O Jama dein sein, dein das Lied und der Tanz. Der Mensch wird nicht von Reichtümern, O Tod zufriedengestellt. Und hier wird kein Mangel an Reichtum sein, wenn ich auf dich in Person geschaut habe. Ich werde leben, solange du magst, aber meine Wahl ist nur diese Gabe allein. Du magst dies selbst betrachten. Hat einmal ein Sterblicher, der hier im Griffe physischer Materie verweilt, die Gegenwart der unalternden Unsterblichen gefühlt, das wahre Wissen gewonnen, hat die wahre Natur der Schönheit und der Leidenschaftlichkeit und des Vergnügens erkannt, welche Freude kann er an diesem vorübergehenden Leben haben? Sage mir, O Tod mehr über diese endlose Debatte, darüber was nach der großen Auslöschung nicht ist oder ist. Das tiefe Geheimnis vom Jenseits, es ist dies, daß ich verstehen will. Natschiketas fordert keine andere Gabe von dir."

Jama fand es nicht mehr möglich, ihn davon abzubringen. Er fuhr fort, Natschiketas sein geheimes Wissen darzulegen. Er begann mit dem geheimen Wort, welches Natschiketas bereits schon erhalten und von selbst begriffen hatte.

Der Mensch hat zwei offene Tore vor sich, die zu zwei verschiedenen Pfaden führen: eine ist die des Wohls, die andere dessen was angenehm ist. Die zwei führen in entgegengesetzte Richtungen. Natschiketas hatte auf das Angenehme verzichtet und das Wohl gewählt. Aufgrund dieser Wahl, hängt am Anfang und während jeden Schrittes, der Fortschritt und die Aufwärtsevolution des Menschen ab. Der nur, der das Gute erkennen und wählen kann gewinnt das Höchste, die Höchste Realität. Natschiketas hatte auch diese Gewinne gemacht, er stand unter spirituellen Menschen zu vorderst, Brahmistha.

Es gibt in dieser Geschichte ein ungelöstes Problem, welches widerum Anlaß zu einer Debatte geben könnte. Ich werde das als mein Thema nehmen, indem was folgt.

Jama belehrte Natschiketas über das Geheimnis vom Feuer als die zweite Gabe. Die Frucht dieses Wissens, des Gewinnes den es bringt, ist beschrieben worden. Es ist der Gewinn der himmlischen Welt, wo man Unsterblichkeit genießt; es ist eine Welt der Freude, wo der Tod nicht, noch das Alter und Furcht und Trauer noch Hunger und Durst ist.

Und was ist dieses Feuer? Feuer ist der Ursprung der Welten, der Reiche der Unendlichkeit; in seiner eigensten Natur, ist Feuer der Anfang und die Unendlichkeit, Unsterblichkeit und Freude. Und wo verweilt es? Es liegt versteckt, wie in einer Höhle. Welche Höhle dies ist, wird später erörtert. Für den Moment wird es gut sein, sich daran zu erinnern, daß das Feuer ein Täter des Dreifachen Werkes ist, und Es Wissen über Ihn hat, oder was vom Höchsten geboren ist.

Das Problem ist: Beläuft sich dies alles nicht auf das, was die Gita als "ein gemischtes Wort" beschreibt? Natschiketas wünschte, als dritte Gabe zu wissen, welche von den zwei Meinungen, die den Zustand des verkörperten Wesens bei seinem Weggang von hier nach dem Tod betreffen, nämlich ob es zu existieren fortfährt oder zu sein aufhört, ist die wirkliche Wahrheit der Sache. Aber ist das Geheimnis, was über dem Tod hinaus liegt, nicht schon geoffenbart worden, was in Verbindung mit der zweiten Frage oder Gabe darüber gesagt worden ist, zur himmlischen Welt zu gelangen, vom Genuß der Unsterblichkeit, der Gesellschaft von den Göttern und so fort ? Wo liegt dann der Punkt, im erneuten Stellen derselben Frage?

Als Anfangsschlüssel zum Problem müssen wir bedenken, daß die himmlische Welt, auch ohne den Tod des Körpers erlangt werden kann, ?durch Vonsichstoßen der Todesbande in seinem Angesicht ?, wie der Text sagt, oder wie in der üblichen Interpretation, bevor dem Tod erliegend. Natschiketas selbst hatte diese Meisterleistung erreicht. Die himmlische Welt ist wie als eine andere Nachbarschaft oder ein anderer Wohnsitz begriffen worden, eine Welt von Freude, wo es kein Alter, keinen Tod oder keine Trauer und kein Leiden gibt. Aber es impliziert nicht irgendeinen in einem Kampf mit dem Tod gewonnenen Sieg, irgendeine über den Tod erhaltene Meisterschaft. Alles, das hier zu geschehen scheint ist, daß der Tod vielleicht beiseite gedrückt oder umgangen worden ist. Es gibt hier lediglich eine Abwesenheit des Todes, es ist nicht unter Kontrolle gebracht worden. Der Tod mag nicht in diesem Wohnsitz anwesend sein, aber er sitzt in seinem Unterschlupf und ist frei, umher zu gehen, wo er will, - selbst wenn es innerhalb von Grenzen ist. Es hat keine Auslöschung des Todes gegeben.


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Absatz 4


In seiner dritten Gabe will Natschiketas wissen, ob es jenseits des physischen Todes irgendeine Überschreitung des Todes gibt. Angenommen das der Himmel erlangt ist, was geschieht aber danach über die himmlische Welt hinaus? Denn dies wird auch manchmal gesagt, daß der Genuß des Himmels nur für eine Zeitlang ist; egal wie lang diese Zeit ist, nachdem die Dauer vorüber, muß man zur Erde zurückkommen, - dem Tod muß wiederum begegnet werden. Aus dieser Sicht, wenn die Seele des Menschen unsterblich ist, geht die Unsterblichkeit nicht über den Himmel hinaus, und es ist nichts weiter als der Genuß des Himmels.

In der Tat, sprechen die Upanischaden von zwei Arten der Unsterblichkeit. Eine ist zeitliche Unsterblichkeit, das heißt, Leben für immer, die andere ist über die Zeit hinaus in der endgültigen Wirklichkeit oder der Höchsten Wahrheit; eine ist kosmisch, die andere transzendent. Es gibt ebenso zwei Arten von Ewigkeit und Unendlichkeit. Eine ist im Bezug auf die Zeit, mit Zeit als ihrer Basis und untrennbar vom Fortschritt der Zeit, dessen, was in der gewöhnlichen Ansicht, beschrieben ist als dauern solange wie Sonne und Mond. Die andere ist über alle Schöpfung oder Manifestation hinaus, sich über ihr im obersten Status befindlich.

Was Natschiketas zu wissen wünschte, war dies. Die Götter sind zeitliche Wesen. Wie groß und mächtig sie auch immer sein mögen, sie die für immer mit einem ewigen Leben fortdauern und keinen Tod haben, können das Geheimnis vom Tod nicht kennen. Sie könnten jenseits der Grenzen des Todes leben, und der Tod ist ihnen fremd. Jedoch sind sie über die Wahrheit, die über Zeit hinaus geht, die durch den Tod und durch das Schreiten zum anderen Ufer des Todes erreicht werden muß, unwissend. Das ist, warum Jama sagt, daß die Götter voller Zweifel und über diese Sache ratlos sind. Aber Jama selbst ist im Besitz dieses Wissens, er weiß von der Wahrheit, die jenseits von ihm liegt, an der anderen Küste. Natschiketas sagt zu Jama, "Da ich in der Lage gewesen bin, dich zu finden, bin ich sicher, dieses Wissen zu gewinnen; es gibt keinen anderen so weise, der darüber sprechen kann." Der Grund dafür, daß Jama Vaivasvata genannt worden ist, ist weil er von Vivasvan, dem Sonnengott, Surya Savitri geboren ist.

Surya Savitri steht für das höchste Wissen, Er ist das Oberste Bewußtsein, von der die Erschaffung des Universums herkommt. Jama ist die Lebenskraft, der Bestimmer der Welten mit ihren Rhythmen des Lebens. Er ist hier in dieser Manifestation des Lebensspiels, der Vertreter von Savitri und Feuer ist sein Fahrzeug, Instrument oder Symbol. Geradeso wie Surya Vivasvan ist, der Höchste Glänzende, ist Jama ebenso das kosmische Wesen, alle kosmische Macht und universale Kraft sind sein. Surya ist supra-kosmisch, und gehört zum Jenseits. Feuer ist kosmisch, gehört zu unseren Welten. Oder, um es genauer auszudrücken, Surya ist der Punkt des Übergangs vom Jenseits zu diesen Welten; das Feuer ist so ein Punkt von den Welten zum Jenseits.

Das Geheimnis vom Feuer, das Natschiketas von Jama enthüllt wurde, würde ihm die irdische Verwirklichung, nämlich den Sieg über die Zeit - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft -, das Erlangen zeitweiliger Unsterblichkeit oder des Himmels geben. Die auf diese Art erhaltene Meisterschaft besteht aus einem Satz von Trios: sie hat drei Linien der Erfüllung, sie verhält sich auf drei Weisen in den drei Welten, überall in den drei Abteilungen der Zeit. Die drei Welten sind, wie wir sie kennen, Geist, Leben und Körper; alles Bestreben und Erlangen hier auf der Erde betreffen dieses Trio. Der Altar des Feuers hier wird vom inneren und äußeren Rahmen der Menschen geschaffen; die Ziegel von diesem Altar sind sein Körper, sein Leben und sein Geist mit all ihren Aktivitäten; der vielgestaltige Kranz von dem Jama spricht, ist diese niedrigere Natur mit ihren vielfältigen Formen. Feuer ist das Symbol der bewußten Kraft und Energie, die in der innersten Tiefen des sterblichen Rahmens verborgen liegen, es ist die Kraft der Askese des Innenwesens.

Durch Folgen des Pfades der dreifachen Arbeit, konnte Natschiketas die zeitweilige Verwirklichung erreichen. Was er jetzt brauchte, war die Verwirklichung über die Zeit hinaus, dies ist das, was er als seine dritte Gabe forderte: nach der Kenntnis der Welten, das Wissen vom Höchsten, - die transzendente Verwirklichung, nach der kosmischen.


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Absatz 5


Feuer ist als der Ursprung der Welten beschrieben worden, Es ist der Anfang der Welten, ihre Quelle. (Denken sie an den Ausspruch Heraklits. A.d.Üb.) Es ist auch die urzeitliche Welt für das Erdprinzip; diese unsere Erde, dieses physische Universum, ist der Ort Agnis, Sein eigener Wohnsitz und sein eigenes Wirkungsfeld. Der groben Physis zugrunde liegend, ist das Unterbewußte, und innerhalb des Unterbewußten, hält sich dieses Feuer oder diese Macht der Askese und bewußter Kraft verborgen. Unter diesem geheimen Impuls ist es, daß sich die Schöpfung bewegt. Es ist dieses Feuer, das Natschiketas seine endgültige Verwirklichung gibt. Wir könnten in den Worten der Ischa Upanischade sagen, daß er zuerst aufgrund der zweiten Gabe, über den Tod hinaus durch das Wissen der Unwissenheit gelangt; danach gewinnt er durch seine dritte Gabe Unsterblichkeit, durch das Bemeistern des höchsten Wissens. Dies ist die ihm am Ende versprochene Frucht.

Natschiketas gewann dieses Wissen, die ganze Joga-Methode, wie sie ihm persönlich vom Herrn des Todes geoffenbart. Befreit von aller Unreinheit und der Möglichkeit des Todes, gelangte er zum höchsten Zustand. Irgendein Anderer, der seinem Pfad folgen würde, würde diese Verwirklichung des Selbstes ebenso wie Natschiketas erhalten.

finis

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