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Das Geheimnis des Handelns, ist das Geheimnis allen
Lebens und Seins. Dasein ist mehr als ein Getriebe der
Natur, der ewige Ablauf eines Gesetzes, darin die Seele sich einen
Augenblick oder Jahrhunderte verfing. Dasein ist des Spirits
immerwährende Gestaltung. Leben lebt nicht sich selbst zum
Wohle, sondern für Gott. Und die schwingende Seele des
Menschen ist der Gottheit ewiger Teil.
Daß sich der Handelnde finde, erfülle und
verwirkliche, ist Sinn allen Handelns, - nicht äußere,
scheinbare Früchte des Augenblicks oder der Zukunft. Von
höchster und gestalteter Beschaffenheit des Selbst bestimmt, wohnt
allen Dingen Sinn und Gesetz inne, - ihre wahrhaftige Wahrheit,
die, von Unwissenheit entstellt, in den Erscheinungsformen des
Verstandes und seinen Tätigkeiten, nur zufällig und unvollkommen
wiedergegeben werden kann.
So wirst Du denn das erhabene, reinste Gesetz des Handelns
nur erfüllen, wenn Du die Wahrheit Deines eigenen höchsten
und innigsten Daseins entdeckst, in ihr lebst und Dich keiner
äußeren Lebensregel unterstellst.
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Hin bis zu solcher Zeit, wird alles Leben und
Handeln immer mühsam und unvollkommen, ein Kampf und Problem sein.
Erst wenn Du Dein wahres Selbst entdeckst, und seine wahrhaftige
Wahrheit und wirkliche Wirklichkeit lebst, wird das Problem
endgültig gelöst und der Kampf überwunden werden. In der
Sicherheit des gefundenen Selbst werden sich Deine Taten vollenden,
wird Spirit sich zu göttlichem Tun entfalten.
So erkenne denn Dein Selbst. Wisse, daß Gott Dein
wahres Sein ist und Du in ihm, dem Wesen aller Geschöpfe, vereint
bist. Erkenne Deine Seele als einen Teil Gottes. Lebe in dem, was Du
erfahren hast. Lebe im Selbst. Lebe in Deiner höchsten
spirituellen Natur. Sei Gott vereint und ihm gleich. Weihe im Anfang
dem Höchsten und Einen in Dir und der Welt, alles Tun als Opfer.
Gib schließlich alles was Du bist und tust in seine Hände,
daß der erhabene, universale Spirit durch Dich seinen Willen und
sein Werk in der Welt vollbringen möge.
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Dies ist die Lösung, die ich Dir darbiete und
am Ende wirst Du erkennen, daß es keine andere gibt. Dies ist die
große Wandlung und Verklärung, zu der ich die Auserwählten
rufe. Und auserwählt sind a1l die, die ihr Wollen fort von der
Unwissenheit wcrkzeughafter Natur, der Seele tiefster Erfahrung, -
ihrem Wissen um das innere Selbst, ihrer Berührung mit der Gottheit,
ihrer Macht, ins Göttliche einzugehen -, zuwenden können.
Auserwählt sind alle zu diesem Glauben und größeren
Gesetz Befähigten.
Wohl fällt menschlicher Einsicht solches Bekenntnis
schwer. Ist sie doch immer den Wolkenbildungen und blassen Lichtern
eigener Unwissenheit, selbst den noch dunkleren Gewohnheiten in
verstehenden, lebenden und körperlichen Bereichen verbunden. Aber
einmal empfangen, ist sie ein großer sicherer, rettender Weg.
Denn als des menschlichen Daseins wahrhaftige Wahrheit, ist sie die
echte Regung seiner innersten, höchsten Natur. Doch ist es eine
sehr große Änderung, eine ungeheuere Neugestaltung, die nur
durch eine vollkommene Wandlung Deines ganzen Wesens und Deiner Natur
geleistet werden kann.
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Dein Selbst, Dein Sein und Leben ganz dem
Höchsten und nichts anderem als dem Höchsten zu weihen und
hinzugeben ist notwendend. Denn nur zum Wohle des Höchsten darf
alles bewahrt, nur wie es in Gott und seinen Formen besteht oder so,
daß es dem Göttlichen diene, darf alles hingenommen werden.
Sich zur neuen Wahrheit zu bekennen, das Denken ganz zu wandeln und
es einem neuen Wissen hinzugeben - einem Wissen um Dein Selbst und
Andere, um Gott und Welt, um Seele und Natur, um Einheit und die
göttliche Gestalt des Universums - ist notwendend. Das mag wohl zu
Beginn verstanden werden. Am Ende aber muß es Vision und
Bewußtsein, muß dauernder Zustand der Seele und ihrer
Schwingungen sein.
Und ein Wille ist notwendend, der diese neue
Vision, dieses Bewußtsein und Wissen zum Quell seines Handelns
bestimmt, zum einzigen Ursprung. Es darf nicht ein Antrieb zu
widerstrebender, enger Handlung sein, die sich auf einzelne notwendige
Geschehen der Natur oder wenige zu äußerer Vollkommenheit
nützliche, einer religiösen Wandlung oder persönlichen
Erlösung aber entgegengerichteten Dinge beschränkt. Es
muß ein Streben sein, alle Tätigkeit menschlichen Lebens in
gleichmütigem Geist zum Wohle Gottes und aller Schöpfung
aufzunehmen.
- In einer einzigen Liebe
zum göttlichen Wesen,
in einer einzigen Anbetung Gottes und Sehnsucht nach ihm, muß
sich die Seele zum Höchsten erheben. Und das beruhigte und
verklärte Herz muß sich ausbreiten, daß es Gott in
allen Wesen umfange.
Ein Wandel der gewöhnlichen, alltäglichen Natur
des Menschen unserer Zeit, in eine höchste, göttlich-geistige
Natur ist notwendend. So muß, in einem Wort, ein Großes
Werk geleistet werden; ein Werk umfassenden Wissens, umfassenden
Willens und seiner Werke, umfassender Liebe, Anbetung und Hingabe,
umfassender geistiger Vollendung des ganzen Wesens in all seinen
Teilen, seinen Zuständen, Kräften und Regungen. Welch Wissen
aber ist es, das begreifend eingestanden, gläubig von der Seele
getragen und in Denken, Lieben und Leben verwirklicht werden muß?
Es ist das Wissen um Seele und Spirit in ihrer erhabenen Einheit und
Ganzheit. Es ist das Wissen um Einen, der ewig über Zeit und Raum
und Masse, Form und Welt, hoch über eigenen persönlichen
und unpersönlichen Ebenen weilt, und der doch allem Ursprung ist,
Einer, den die ganze, vielfältige Natur in ihren unzähligen
Formen gestaltet.
- Es ist das Wissen um ihn,
den ewigen, unpersönlichen,
niemals sich wandelnden Spirit, um ihn, das ruhige, grenzenlose Sein,
das wir Selbst nennen, das unendlich und gleichmütig,
unbeeinflußt, unverändert und verwandelt in all diesem
ununterbrochenen Wechsel, dieser Vielzahl persönlicher Gestaltung,
diesen Seelen-Mächten und Natur-Kräften, diesen Formen,
Gewalten und Möglichkeiten vergänglichen, trügerischen
Daseins immer das Gleiche bleibt. Und es ist das Wissen um ihn, den
Spirit, als Macht, die ewig wandelbar in der Natur ercheint, um ihn,
den Innigsten, der sich jeder Form einfügt, sich zu jedem Grad und
Tun seiner Macht verändert. Im Menschen, Tier und Ding, in
Gegenständlichem und Inständigem, in Seele, Denken, Leben und
Leib, in jeder Daseinsform und Kraft und Kreatur wohnt dieser Geist,
der alles wird, was ist und doch ewig Unendliches mehr bleibt als alles
Seiende. Du kannst dies Große Werk nicht leisten, so lange Du
noch auf dieser oder jener Ansicht der Wahrheit bestehst. Denn das
Göttliche, das Du suchen, das Selbst, das Du entdecken mußt,
die erhabene Seele, der Dein innigstes Wesen als ewiger Teil
angehört, vereint alle Ansichten in sich. In ihrer erhabenen
Einheit solltest Du sie erkennen, solltest in alle zugleich eingehen
und nur den Einen in allen Dingen und Zuständen sehen. Wäre
er allein der in der Natur sich wandelnde Spirit, gäbe es nur des
Weltalls ewiges Werden. Engst Du Dein Wissen und Deinen Glauben in
solcher Betrachtung ein, wirst Du Deine Persönlichkeit und ihre
sich unentwegt wandelnde Gestalt niemals überwinden, wirst in den
Kreislauf der Natur für immer einbezogen bleiben. Aber Du bist
mehr, als eine Reihe seelischer Augenblicke in der Zeit. In Deinem
Innern wirkt ein Selbst - Gottes weiter unpersönlicher Geist - und
trägt den Strom Deiner Persönlichkeit. Unübersehbar hoch
über Persönlichem und Unpersönlichem beherrschst Du
diese beiden bleibenden Pole Deines Hierseins, findest Dich im ewigen
Überirdischen ewig und überirdisch. Und wäre wiederum
ein ewiges, unpersönliches Selbst, das nicht handelt noch schafft,
die einzige Wahrheit, würden aus Seele und Welt grundlose
Täuschungen. Engst Du Dein Wissen und Deinen Glauben zu solcher
einsamen Betrachtung ein, wirst Du Dich nicht anders retten können,
als dem Leben und Tätigsein zu entsagen. Aber ihr - Gott in
der Welt und Du in der Welt - seid Wirklichkeiten, ihr - die Welt und
Du - seid wahr, seid unsterbliche Mächte und Gestaltungen des
Erhabenen. Darum entsage dem Dasein nicht. Ergreife das Leben und sei
tätig. In Deinem unpersönlichen Selbst, Deinem innigsten
Wesen, bist Du Gott, bist ein ewiger Teil der Gottheit, der sich ihr in
Liebe und Anbetung Deiner geistigen Persönlichkeit um seiner
eigenen Unendlichkeit willen zugewandt hat. Gestalte Deine Natur in
ihre Bestimmung, daß sie ein Werkzeug der Arbeit, ein Strombett
göttlicher Macht werde. Sei das, was jetzt durch niedere Natur
noch unbewußt und unvollkommen von Deinem Ich die Gottheit zu
entstellen verdammt ist, stets seiner Wahrheit gemäß. Bilde
es wissend und vollende es - ohne daß ein Ich es mißgestalte -
zu einer Macht des Göttlichen in seiner erhabenen, spirituellen
Natur, zu einem Träger seines Willens, seiner Werke. Dann wirst Du
die umfassende Wahrheit Deines Wesens leben und in vollkommener Einheit
mit Gott das ganze Große Werk besitzen. Ewig über aller
Gestaltung, unendlich über allen Grenzen des Raumes, der Zeit und
Ursächlichkeit und seinen zahllosen Eigenschaften und Formen weilt
der Erhabenste. Aber er ist den irdischen Wesen, ist der Welt, der
Natur nicht fern. Noch in hoher Ewigkeit ist er allem Hiesigen innig
verbunden. Er ist das erhabenste, unsagbare Geistige, das
unpersönliche Selbst und alles persönliche Dasein. Der
irdische Geist und das Leben, Materie, Seele, Natur und die Werke der
Schöpfung sind Ansichten und Schwingungen seines unendlichen,
ewigen Seins.
- Er ist der erhabene, überirdische Geist.
Alles
gestaltet sich aus ihm, ist Form und Macht seines Selbst. So
durchdringt er voll Gleichmut das Irdische, ist unpersönlich im
Menschen, Tier und Ding, in allem Gegenständlichen und jeder Kraft
der Natur. Er ist die erhabene Seele, und alle Seelen sind
unermüdliche Flammen dieser einen. Jedes lebende Wesen ist in
seiner geistigen Persönlichkeit unsterblicher Teil dieser einen
Person. Er ist der ewige Meister alles gestalteten Daseins, Herr
der Welten und ihrer Geschöpfe. Er ist der allmächtige Urheber
aller Handlung, den seine Werke nicht binden, und alles Tun, alle
Mühen und Opfer strömen ihm zu. Er ist in allem und alles in ihm.
Er wurde alles und weilt doch über allem. Ihn engt seine
Schöpfung nicht ein. Er ist das überirdische Göttliche.
Er erscheint als Mensch auf Erden und ;gestaltet sich als Genius.
Fr ist die heimliche Gottheit in allen Menschen und die vielen von
uns verehrten Götter sind nur Persönlichkeiten, Formen, Namen
und erdachte Körper dieses einen göttlichen Seins. Aus seinem
geistigen Gehalt und in sein eigenes unendliches Sein hat der
Erhabenste die Welt und in ihr auch sich selbst vielfältig
gestaltet. Alle Dinge sind seine Mächte und Formen und da er
selber unendlich ist, ist auch dieser kein Ende. In seinem
allesdurchdringenden, allesenthaltenden Sein trägt und belebt er
gleichmütig, ohne besondere Zuneigung oder Vorliebe für einen
Menschen, eine Form, einen Gegenstand oder ein Geschehen diese
unendliche Gestaltung in Weltraum und Zeit.
- Das reine, gleichmäßige Selbst
ist nicht
tätig. Uneingenommen trägt es alles Geschehen und bleibt dennoch
als Geist des Weltalls, als Zeitgeist, der Erhabenste, der durch seine
Macht zu vielfältigem Dasein - jene Macht des Geistes, die wir
Natur nennen - die Tätigkeit der Welt will, leitet und bestimmt.
Er schafft, erhält und zerstört seine Schöpfungen. Jedes
lebende Wesen trägt ihn im Herzen, daraus er, wie aus seiner
Allgegenwart im Weltall, als verborgene Macht einige Entwürfe
seines Geheimnisses durch die vollziehende Kraft der Schöpfung
in natürlicher Beschaffenheit gestaltet. So bildet er einzeln
jeden Gegenstand und jedes Wesen ihrer Art gemäß,
läßt alles Tätigsein beginnen und trägt seinen
Vollzug. Durch diese überirdische, erste Urhebung aus dem
Erhabensten, diese immerwährende einzelne und umfassende
Gestaltung seines Seins in Dingen und Wesen, wird dem Weltall seine
vielfältige Beschaffenheit zuteil. Immer währen diese drei
ewigen Zustände göttlichen Seins. Immer währt dieses
eine ewig beständige Selbst, auf dem sich das Dasein gründet.
Immer währt dieser, in der Natur sich wandelnde Geist, den sie
in all ihren Lebensformen gestaltet. Immer währt dieses
überirdisch Göttliche, dem beide Seinsweisen - die des
reinen, schweigenden Geistes und die der tätigen Seele, der
Lebenskreise des Weltalls - gleichweilig eigen sind. Denn es ist mehr
und anders als diese, Du magst sie getrennt oder vereint betrachten.
Tief in uns ist ein Wesen lebendig, ein Geäst dieses Geistes,
eine wissende Macht des Erhabensten. Die trägt in ihrem innigsten
Selbst das ganze Irdisch-Göttliche, und der Natur wesentlich,
lebt sie im Göttlichen der Welt. Von zeitlicher Erschaffung
unberührt, handelt und regt sie sich - eine ewige Seele - im
ewigen Selbst und Unendlichen. Die wissende Seele in uns kann jeden
dieser drei Geisteszustände annehmen. Der Mensch kann in der
unbeständigen Natur allein leben, nur sie kennen und mag um sein
wahres Selbst, die Gottheit in ihm nicht wissen. Er sieht in der Natur
den leeren Vollzug einer erschaffenden Kraft und betrachtet sich und
andere als ihre Geschöpfe, als einsam abgetrennte Wesen ihres
Weltalls. Das ist seine Unwissenheit in der er heute lebt. So kommt
es, daß all sein Denken, seine Wissenschaften, nur Schatten sind,
die ein Licht auf Masken und Oberflächen werfen. All das ist
möglich, weil es ihm auferlegt wurde - die Gottheit im Innern hat sich
hinter dem Schleier ihrer eigenen Macht verborgen - und wird dauern,
bis er sein Bewußtsein weitet und erkennt, was in ihm wirkt. Der
Gottheit größere Wirklichkeit ist unserer Einsicht verloren.
Denn in unvollkommenen Erscheinungen ist sie ihren Schöpfungen und
Bildern gleich geworden, hat das erschaffene Gemüt mit den
trügerischen Werken eigener Natur erfüllt. Und weil die
Erscheinungen die wirkliche, ewig geistige Natur, die das Geheimnis der
Innigkeit in den Dingen ist, nicht offenbaren, auch darum ist
menschliche Unwissenheit möglich. Die Natur, die wir um uns tätig
sehen und die in unserem Denken, in Körper und Sinnen handelt,
ist eine niedere, verirrte Kraft, ein Magier, der die Wahrheit
verschweigt, aus Geist Gestalten schafft und die Menschen zwingt,
gegen ihre Masken zu sehen. Sie ist eine Kraft, die zu einer bestimmten
Anzahl mittelmäßiger Werte fähig ist, nicht aber zur
ganzen Macht und Herrlichkeit, zur vollen Innigkeit und Verzückung
göttlicher Gestaltung. Diese uns eigene Natur ist der Schleier des
Ich, ein Gewirr aus Gegensätzen, ein Netz, gewoben aus Unwissenheit
und den drei Ureigenschaften des Daseins.
(Gleichgewicht, Klarheit, Erleuchtung, Harmonie, Freude, Wissen,
Glück, Friede. - Tätigkeit, Leidenschaft, Begierde, Kampfeslust,
Herrschaft, Lebenskraft, Leid. - Trägheit, Unbewußtsein,
Dunkelheit, Unfähigkeit, Faulheit, Schlaffheit, Schlaf. ) -
Solange die Seele des Menschen im oberflächlichen Spiel des Denkens,
Lebens und Körpers treibt und nicht im Geist ihres Selbst lebt,
vermag der Mensch den Schleier nicht zu zerreißen und also Gott,
sich und die Welt nicht zu begreifen, wie sie wirklich sind. Statt
ihrer muß er sich mit Bildern und Begriffen helfen. Aber es ist
möglich, sich dem niederen Ablauf menschlicher Natur, den Du heute
lebst, zu entziehen. Du kannst aus diesem Licht, das Dunkelheit ist,
zur leuchtenden Wahrheit ewig währenden Selbst-Seins und einem
Leben in ihr erwachen. Wer das vollbringt, ist nicht länger der
Gefangene seiner engen Persönlichkeitszelle, hält sich nicht
mehr für ein kleines Ich, das denkt und handelt, fühlt und
für Weniges ringt und arbeitet.
- In des Spirits weite, freie Unpersönlichkeit getaucht,
wird er selber spirituell und weiß sich also als ein Selbst in
allen Dingen. Nun ist er sich keines Ich's mehr bewußt, findet
sich nicht mehr in Widersprüche verstrickt, fühlt nicht
länger die Angst des Schmerzes oder die Verwirrung der Freude wird
nicht mehr von Begierden gepackt, von Sünden gequält oder durch
Tugend beengt. Und selbst, wenn noch die Schatten dieser Dinge dauern:
er sieht und weiß sie nun als Arbeitsweise, die allein der Natur
in ihrer besonderen Beschaffenheit eigen ist und wird sie nicht mehr
als seine Wahrheit empfinden, in der er jetzt lebt. Nur die Natur ist
tätig und arbeitet ihre Formen aus. Der reine Geist schweigt
regungslos und frei. Ruhig, von ihrem Schaffen unberührt, sieht er
ihr mit vollendetem Gleichmut zu und weiß sich anders. Solch
geistiger Zustand bringt Freiheit und stillen Frieden. Wirkende
Göttlichkeit aber, umfassende Vollendung ist nicht in ihm
möglich. Ereignet er sich, ist Großes erreicht. Doch ist er
nicht das erhabene Ziel umfassenden Gott-Wissens und letzter
Selbsterkenntnis. Nur dieses eine führt Dich zu vollendeter
Vollendung: im ganzen, höchsten Göttlichen zu leben. Die
Seele des Menschen vereint sich der Gottheit an der sie teilhat und in
Selbst und Spirit wird sie zu allen Wesen, wird ihnen Gott und Natur.
Frei und erfüllt sinkt sie in erhabene Glückseligkeit und
ist zu letzter Vollendung bereit. Noch immer sieht der Mensch das Selbst,
als ewigen, unwandelbaren Spirit, alles Dasein schweigend tragen.
Zugleich aber erlebt er die Natur nicht mehr als leere Kraft, die
die Dinge im Getriebe ihrer Ureigenschaften ausarbeitet, sondern als
geistige Macht, als göttliche Kraft im Gestalteten. Er erkennt,
daß die niedere Natur die innigste Wahrheit geistiger Tätigkeit
nicht erfüllt und erlebt eine höhere, geistige Natur des
Göttlichen, die Urquell und Wahrheit all dessen ist, was sich
heute in Denken, Leben und Körper noch unvollkommen geformt findet
- eine Wahrheit, die es zu verwirklichen gilt. Sein Aufstieg aus
niederem Denken zu dieser erhabenen, geistigen Natur befreit ihn auf
immer vom Ich. Er weiß sich ein geistiges Wesen, das in seinem
Innern alles Dasein, in seiner tätigen Natur eine Macht einziger
Gottheit, eine Seele überirdischer Unendlichkeit ist. In allem
Sein sieht er Gott und in Gott alles Sein. Jedes Dinges wird er als
Seele des Weltalls gewahr. Und nun ist er befreit aus den
Gegensätzen von Freude und Schmerz, Angenehmem und
Mißlichem, von Hoffnung und Enttäuschung, Sünde und
Tugend. Nun ist die Zeit gekommen, da seinem wissenden Blick und
Gefühl, alles Wille und Werden des Göttlichen ist.
Erfüllt von überirdischer Freude lebt und handelt er als
Seele, als Teil der allumfassenden Bewußtheitskraft. Sein Tun
wird göttlich und höchst geistig sein Zustand.
- Dies ist die Erklärung,
dies die Erlösung, dies
die Vollendung, die Ich all denen darbiete, die der göttlichen
Stimme in sich zu lauschen vermögen und solchen Glaubens, solcher
Einsicht fähig sind. Um aber dieser überragenden Natur
teilhaftig zu werden, ist es zunächst notwendig, sich allem
abzuwenden; das niederer Natur angehört und Wollen und Denken ganz
in dem zu sammeln, das alles Wollen und Denken, das Herz und Vernunft,
Körper und Sinn übersteigt. Das sei der erste, wesentliche
Schritt. Und dann wende Dich vor allem Deinem eigenen ewigen,
unwandelbaren Selbst zu, das unpersönlich, das Selbst aller
Geschöpfe ist. Da Du noch ein Ich, ein selbst-denkendes Wesen
lebst, wirst Du endlos in den immer gleichen Kreisen wirbeln. Jenseits
des Herzens und seiner Wünsche, jenseits der Sinne und ihrer Reize,
wende Deinen Willen nach Innen. Überhebe ihn der Vernunft, ihren
Gedanken, Neigungen und gefesselten Wünschen, ihren Ideen und
Trieben. Gelange zum Ewigen Deines Innern. Sei das Beständige,
Ruhige, Ungestörte, Gleichmütige, daß kein Mensch, kein
Ding und Geschehen Dich einnehmen kann. Kein Tätigsein bewege,
keine Form der Natur verändere Dich. Sei ewiges Selbst. Sei
Geist. Durch immerwährende innigste Erfahrung kann es gelingen.
Dann wirst Du sicher gegründet sein, um frei von den Engen Deines
Ich, Deiner Persönlichkeit, die Du mit Gedanken erschufst, und
sicher gegen jeden Sturz, aus Friede und Wissen bestehen. Da Du jedoch
Dein Ich, und sei es nur in einem kleinsten Teil, noch hegst und
pflegst und ihm verbunden bleibst, wirst Du Dein Wesen nicht zu
Unpersönlichkeit erweitern können. Begierde und ihre Leidenschaft
sind wesentliche Zeichen und Verschlingungen des Ich. Du hörst
nicht auf ich" und mein" zu sagen und bleibst in
eigensinniger Selbstsucht an Befriedigung und Entbehrung gefesselt, an
Neigung und Abneigung, Hoffnung und Verzweiflung, Freude und Schmerz,
an Deine kleinen Lieben und Feindschaften, Deine Ergebenheit an Erfolg
und angenehme Dinge, an Sorge und Leid, um Mißlungenes und
Unangenehmes, an Ärger und Haß. So wirkt Begierde in Dir.
Immer ist es Verlangen, daß Dir das Denken verwirrt, den
Willen begrenzt, das uns die Dinge in selbstsüchtig verzerrten Bildern
zeigt und die Erkenntnis umwölkend verdunkelt.
- Aller Sünde, allen Irrtums tiefste,
starke Wurzel ist
Begierde, ihre Vorlieben und Gewaltsamkeiten. Keine sichere, reine
Stille, kein stetes Licht, kein ruhiges, klares Wissen kann Dir geschehen,
da Du noch Begierden nährst. Denn sie sind Verirrte des Geistes
und lassen kein echtes Sein, keine feste Gründung rechten Denkens,
Fühlens und Handelns zu. In welchem Gewand der Begierde auch immer
zu wirken gewährt werden möge: sie bleibt auch dem Weisesten
dauernd Gef ahr . Denn jeden Augenblick kann sie die Vernunft, zart oder
mit Gewalt, von ihrem Thron stürzen. Darum ist sie der Erzfeind,
geistiger Vollendung. So töte denn Dein Verlangen. Zerreiße,
was Dich an Besitz und oberflächliche Freuden bindet. Trenne Dich
von allem, das Dich außen berührt und Dir im
Gegenübersein Sinn und Denken reizt. Lerne die Flut der Leidenschaften
zu fassen und abfließen zu lassen. Lerne sicher in Deinem Selbst
zu ruhen - auch wenn sie Deine Glieder durchtoben bis am Ende kein Teil
Deiner Natur mehr ihren Einstrom leidet. Fange in gleicher Weise
die kräftigen Angriffe und die zarten, sich einschmeichelnden
Berührungen von Freude und Leid auf und weise sie ab. Verwirf
Neigung und Abneigung, vernichte Vorliebe und Haß, entwurzele
Schaudern und Widerwillen. Gib im Angesicht solcher Regungen und allem
Begehrendem Deiner Natur ruhigem Gleichmut Raum. Betrachte sie mit der
schweigenden, stillen Aufmerksamkeit unpersönlichen Geistes.
- Solch vollkommener Gleichmut,
die Macht dieser
unerschütterlichen Ruhe, die der allumfassende Geist im Angesicht
seiner Schöpfungen und der vielfältigen Tätigkeit der
Natur bewahrt, wird die Frucht Deiner Bemühungen sein. Sieh Dich
voll Gleichmut um. Nimm was Dich trifft, in Deinem Herzen und
Gemüt gelassen auf - Erfolg und Mißlingen, Ehre und Entehrung,
die Achtung und Liebe der Menschen, wie ihre Verurteilung, ihren Spott
und Haß - jedes Geschehen, das Anderen Ursache zu Freude oder
Schmerz würde. Begegne allen Menschen mit Gleichmut - dem Guten
wie dem Bösen, dem Weisen wie dem Narren, dem Reichen wie dem
Armen, dem Erhabensten wie dem Kümmerlichsten. Wende Dich ihnen
gelassen zu - Du seist ihnen gleichgültig, seist ihnen Freund oder
Feind, Gehaßter oder Geliebter. Ihre Gefühle treffen das Ich
und Du bist aufgerufen, davon frei zu sein. Betrachte alle
menschlichen Beziehungen mit der tiefen Einsicht unpersönlichen
Geistes und nimm, von ihnen unbeeinflußt, zeitliche und
persönliche Unterschiede wahr. Denn Deinen Sinn sollst Du nicht
auf das Verschiedene richten, sondern auf das Gleiche in allem, auf
das eine Selbst, das alle sind, auf das Göttliche jeden
Geschöpfes, auf das eine Werk der Natur, welches der gleiche Wille
Gottes in Menschen, Dingen. Kräften und Geschehen, in allem
Streben, und jedem Ergebnis der Arbeit dieser Welt ist.
- Und da Natur beständig schafft,
wird also auch Dein
Tun sich weiterhin vollziehen. Du aber lerne zu erleben, daß
nicht Du Ausführender dieser Tätigkeit bist. Beobachte einfach.
Sieh unberührt der Arbeitsweise der Natur, dem Spiel und Zauber
ihrer Ureigenschaften zu. Betrachte still dies Tätigsein in Dir
und sieh Dich um, was um Dich her geschieht, daß Du in ihm die
gleiche Arbeitsweise in Anderen erkennest. Erkenne, daß aus
Deinem und ihrem Schaffen stets etwas anderes hervorgeht, als Du
gewünscht hast und sie erwarteten. Sieh ein, daß es nicht ihr
Ergebnis, nicht Deines ist, sondern das einer größeren
Macht, die hier im Weltall will und wirkt und es allmächtig bestimmt.
Erlebe auch, daß selbst der Wille Deines Tuns nicht Dir,
sondern der Natur eigen ist, daß es das Wollen Deines Ich-Sinns
ist - von jener Eigenschaft bestimmt, die die Natur in der
Vergangenheit entwickelt hat oder die sie jetzt hervorhebt, daß
sie Dein Leben bestimme. Das ist das Spiel Deines natürlichen Daseins
und solche Bildung der Natur ist nicht Dein wahres Wesen. Sammle
Dich aus dieser äußeren Gestaltung in Dein inneres, schweigendes
Selbst und Du wirst Dich - die Seele - untätig finden, wirst die
Natur ihren Gang gehen sehen, wie er den Ureigenschaften entspricht.
Festige Dich in dieser inneren Untätigkeit und Stille. Sieh in
Dir nicht länger den Handelnden. Lebe Dich über dem Spiel,
frei vom rastlosen Gang der Ureigenschaften. Gelingt es Dir,
unberührt vom sterblichen Gewoge, das in Deinen Gliedern
fortfährt, sicher in der Reinheit unpersönlichen Geistes zu
leben, wirst Du Dich in die große Erlösung weiter Freiheit
und tiefen Friedens aufgehoben finden. So wirst Du gottesbewußt
und unsterblich. Unberührt vom Geschehen der Natur, unbefleckt von
Leidenschaft und Sünde, Schmerz und Sorge, frei von Denken, Leben
und Körper und vom zeitlosen Sein Deines Selbst besessen, wird Dir
Dein geistiges Wesen Gewißheit sein. Dann werden Dir Deine
Freuden und Wünsche nicht sterbliche, äußere, weltliche
Dinge bestimmen. Dir immer eigen wird Dich die selbstgenügende
Wonne ruhigen, ewigen Geistes erfüllen. Dann ist Dein Leben als
denkendes Geschöpf beendet. Denn nun bist Du grenzenloser Geist
geworden. Und indem Du aus Deinem Verstand allen Gedankensamen, alle
Wurzeln der Begierde und das Bild körperlicher Geburt verweist,
findest Du Dich zur Ewigkeit des schweigenden Selbst und durch Sammlung
im reinen Ewigen, durch mächtige Übertragung Deines
Bewußtseins in das Unendliche und Absolute Deinem Ziel
entgegenzugehen befähigt.
- Die Wahrheit des Großen Werkes aber
erschöpft
sich nicht in solchem Tun. Ich biete Dir nicht dieses Ziel und diese
Art des Anfangs zu erwägen an, obgleich es großes Ziel und
großer Anfang ist. Denn ewig wirke ich in Dir und fordere also
Deine Werke. Ich will nicht Dein dem leeren Ablauf der Natur
lässiges Zustimmen. Du bist in Deinem Selbst von ihr nicht ganz
getrennt, sie ist Dir nicht fern und unwesentlich. $o verlange ich von
Dir vollendetes, göttliches Tätigsein. Für Gott in Dir
und Anderen und für die Welt mußt Du dieses Tun als williges
und verstehendes Werkzeug des Göttlichen leisten. Solches zu
erwägen biete ich Dir nicht nur als Mittel zur Vollendung in der
erhabenen, geistigen Natur, sondern auch als Vollzug dieser Vollendung
an. Tätigkeit ist ein Teil umfassender Gotteserkenntnis und
geheimnisvollerer Wahrheit, ein Teil vollendeten Lebens im Göttlichen.
Auch wenn Du die Freiheit gewonnen und Dich erfüllt hast,
kannst und sollst Du tätig sein. Ich fordere von Dir das Tun des
Befreiten, die Werke des Vollendeten. Vereine diesem ersten
Großen Werk des Wissens in erleuchteter Gotteserkenntnis des
Handelns Großes Werk, daß Arbeit und Wissen eines Geistes
werden. Denn das Werk, das in vollendeter Selbst- und Gottvision,
in einer Vision Gottes in der Welt und der Welt in Gott geleistet
wurde, ist sich regendes Wissen, eine Schwingung des Lichtes, ein
unentbehrliches Mittel und inniger Teil der Vollendung. Darum erfahre
nicht nur jene hohe Unpersönlichkeit, sondern wisse auch,
daß der Erhabene, dem man als reines, schweigendes Selbst
begegnet, sich auch als weiter, dynamischer Geist zeigt, der Urquell
aller Tätigkeit, Herr der Welten und Meister jedes menschlichen
Bemühens, Schaffens und Opferns ist.
- Das scheinbar eigenwillige Getriebe
der Natur, verbirgt in
sich den treibenden und leitenden Willen Gottes, der seinen Zweck
bestimmt. Da Du Dich in der engen Zelle Deiner Persönlichkeit
einschließt und Dich wie blind an Deine Vorstellung vom Ich und
seinen Begierden klammerst, vermagst Du diesen Willen weder zu
fühlen noch zu erkennen. Um ihn zu vollziehen, muß Dich
Erkenntnis zum Unpersönlichen erhoben und so geweitet haben,
daß Du im Selbst und in Gott alle Dinge und in allen Dingen das
Selbst und den Gott zu begreifen vermagst. Alles Werden ist des Geistes
Macht. Ein jeder vollbringt sein Werk durch den ihm innewohnenden Gott
und seine Gegenwart im Herzen aller Geschöpfe. Den
Welterschaffenden engen seine Schöpfungen nicht ein. Der Herr der
Werke ist seinem Tun nicht verbunden. Der göttliche Wille
hängt nicht an seiner Arbeit und ihren Ergebnissen.
Allmächtig, allbesitzend und allselig sieht der Herr aus
seinem überirdischen Sein auf das von ihm Erschaffene herab, nimmt
menschliche Gestalt an, ist in Dir und herrscht von Innen über
alle Dinge, ihrer Natur gemäß. So mußt auch Du in der
Weise göttlicher Natur, unberührt von Beschränkung,
Gebundenheit und Knechtschaft, Dein Werk in ihm vollbringen. Sei zum
größten Wohle aller tätig, handle im Sinn des Fortschritts
dieser Welt. Schütze oder führe ihre Völker. Von Dir
wird gefordert, dem befreiten Meister des Großen Werkes gleich zu
handeln. Denn sein Tun ist unmittelbarer Ausdruck einer freien, von
Gott getragenen Kraft, ist eine gleichsinnige Bewegung, ein selbst- und
wunschloses Vollbringen. In einem ersten Schritt zu dieser freien,
gleichmütigen, göttlichen Weise zu handeln mußt Du
Deine Bindungen an Lohn und Erfolg lösen, und nur dem Werke dienen,
das es zu leisten gilt. Denn dies ist notwendend: tief in sich zu
fühlen, daß die Früchte nicht Dir gehören, sondern dem
Herren der Welt. Ihm weihe darum Dein Tun und überlaß seine
Folgen dem Geist, der sich im Geschehen des Weltalls gestaltet und
erfüllt. Sein Wille bestimmt das Ergebnis Deines Tuns. Und welcher
Art dies auch immer sei, gut oder böse, erfolgreich oder
mißlungen, er wendet es, daß es den Sinn der Welt zu
erfüllen diene.
- Ein vollkommen teilnahms-
und wunschloses Schaffen
Deines eigenen Wollens und Deiner ganzen werkzeughaften Natur ist
erstes Gesetz im Großen Werk des Handelns. Fordere keine
Früchte. Nimm jedes Ergebnis, das Dir zuteil wird, hin. Nimm es
mit Gleichmut und ruhiger Freude an. Vernichtet oder erfolgreich,
glücklich oder elend, folge unbekümmert und ohne Zögern
dem steilen Pfad göttlichen Vollzugs. Dies ist jedoch nur ein
erster Schritt auf dem Weg. Denn Du mußt nicht allein den
Ergebnissen Deiner Arbeit, sondern auch Deinem Schaffen selbst entsagen.
Sieh in Deinem Wirken nicht länger eigenes Tun. Wie Du die
Früchte der Arbeit dahingabst, so weihe dem Herren der Tat und des
geopferten Strebens nun auch Deine Arbeit. Erkenne, daß es Deine
Natur ist, die Dir das Handeln bestimmt. Sie leitet den unmittelbaren
Gang Deiner Entwicklung und entscheidet, indem sie der vollbringenden
Kraft allgemeiner Natur, über Ausdruck und Entfaltung Deines
Geistes entspricht. Verwirre die Schritte Deiner Vernunft auf ihrem Weg
zu Gott nicht länger durch eigenes Wollen. Bekenne Dich zur Tat,
die Deiner Natur entspricht. Gib opfernd alles Tun, vom
größten, ungewöhnlichsten Bemühen, bis zur
geringsten, alltäglichen Handlung, gib jede Tätigkeit Deines
Denkens, Deines Herzens und Körpers, jede innere und
äußere Regung, jeden Gedanken und Willen, jedes Gefühl
und jede Bewegung, jeden Schritt und jede Rast dem Herrn von Opfer und
Entsagung hin. Wisse sodann, daß Du des Ewigen ewiger Teil bist
und die Mächte Deiner Natur, die nicht ohne ihn wären, sein
teilhaftiger Selbstausdruck sind. Langsam erfüllt das
Göttlich-Unendliche sich in Deiner Natur.
- Die erhabene Macht-zu-sein,
die Kraft des Herrn, formt
Deine Entwicklung und gestaltet sich in ihr. Glaube darum nicht
länger, daß Du der Handelnde seist. Sieh allein im Ewigen
den Vollbringenden. Ihm gib Dein natürliches Wesen als
Gelegenheit, als Werkzeug und Leiter seiner Macht, als Mittel zur
Gestaltung hin. Reiche ihm Dein Wollen dar, auf das dieses sich seinem
ewigen Willen vereine. Weihe dem überirdischen Meister Deiner
Natur in der Stille Deines Selbstes und Geistes alles Tun. Dies
kann nicht ganz, nicht wirklich vollbracht werden, da Dich noch die
Vorstellung eines Ichs, der Anspruch des Denkens oder ein Aufruhr
Deiner Lebenskräfte beherrscht. Jedes Tun, das Deinem Ich, und sei
es auf noch so unscheinbare Weise dient, das noch von Begierde und eigenem
Wollen gefärbt ist, ist kein vollendetes Opfer. Solange noch nicht
alles von Gleichmut erfüllt ist und noch die Zeichen unwissender
Abscheu und Vorliebe währen, kann diese große Aufgabe nicht gut
und wahrhaftig geleistet werden. Wenn aber im Angesicht aller
Tätigkeiten und Ergebnisse tiefe Gelassenheit herrscht, wenn sich
die Hingabe - abgewandt von Ich und Begehren- nun an das Höchste
vollzieht, dann bestimmt göttlicher Wille in der Reinheit und
Sicherheit Deiner verwandelten Natur ohne Irrungen und Verzerrung
alles Tun und frei von niederem Einspruch oder hinderndem Wirken
vollzieht sich die göttliche Macht.
- Wenn Du dem göttlichen Willen
in seiner unbefleckten,
erhabenen Gewalt durch Dich hin die Gestaltung einer jeden Handlung
gewährst, ist Dir die äußerste Vollendung, zu der Dich
das Große Werk des Handelns führen kann, gelungen. Ist
solches vollbracht, wird Deine Natur ihrem kosmischen Gang, in
bleibender inniger Vereinigung mit dem Erhabensten folgen, wird
höchstem Selbst Ausdruck sein und dem Herrn der Schöpfung
gehorchen. Dieser Weg göttlichen Tuns ist wahrhaftig eine bessere
und sichere Art der Erlösung, als die, dem Leben und Handeln
körperlich zu entsagen. Nie ist solches vollkommen möglich
und die Freiheit des Geistes kann es selbst im Maße des
Möglichen entbehren. Auch ist es eine gefährliche Art,
übt sie doch auf gewöhnliche Menschen irreführenden
Einfluß aus. Die Besten und Größten unter ihnen
schufen ein Richtmaß, dem der Rest der Menschheit zu folgen
sich müht. Da Tätigkeit die Natur verkörperten Geistes ist
und Werke der Wille des ewigen Schaffenden, sollten reife Meister und
große Denker dieser Wahrheit Gestalt verleihen. Weltschaffende
sollten sie sein, die alle Arbeit auf Erden ausnahmslos leisteten,
unabhängige, freudige, wunschlose Gottesarbeiter, freie Seelen und
Naturen. Hinter erkennendem Denken und leistendem Willen, ruft in
Deinem Innern ein Herz nach Seligkeit. Auch hier, in des Herzens Kraft und
Herrlichkeit, in seinem Drang nach höchster Freude und seelischer
Erfüllung muß Deine Natur gewandelt und in die bewußte
Verzückung des Göttlichen erhoben werden. Denn ein Wissen um
das unpersönliche Selbst trägt eigene Seligkeit in sich, die
Freude der Unpersönlichkeit, ein einziges Glück reinen Geistes.
Das allumfassende Wissen aber birgt eine größere dreifache
Wonne: es öffnet die Pforten zu überirdischer Seligkeit,
erlöst in grenzenlose Freude einer umfassenden Unpersönlichkeit
und entdeckt die Begeisterung dieser mannigfaltigen Gestaltung;
denn in der Natur herrscht das Entzücken des Ewigen. Als
irdischer Teil des Göttlichen wandelt sich die Seligkeit der Seele,
die ihrem erhabenen Selbst, dem Meister ihres Seins, die der
Gottheit als ihrer Quelle entspringt, in Verzückung. Eine
unendliche Verehrung Gottes und Liebe zu ihm weitet sich in eine Liebe zur
Welt, zu all ihren Formen, Gestalten und Geschöpfen. In ,allem
wird das Göttliche entdeckt, gefühlt, erkannt und verehrt und
ihm wird gedient. Gewinn Dir daher zu Wissen und Werk diese Krone
ewiger dreieiniger Seligkeit. Gewähre Dir diese Liebe, erlerne
diese Verehrung, und vereine sie dem Geist Deiner Werke und Deines
Wissens. Das ist der Gipfel vollendeter Vollendung.
- Dies Große Werk der Liebe
wird Dir
höchstmögliche Kraft zu geistiger Weite, Einheit und Freiheit
verleihen. Aber die Liehe muß dem Wissen um Gott gleichen. Es
gibt eine verehrende Weise, die ihn im Leid zu Trost, zu Hilfe und
Erlösung ruft. Eine andere will seine Gaben, seinen
göttlichen Beistand und Schutz, will ihn als Quelle, den Wünschen
zur Befriedigung. Und schließlich wendet sich ihm eine noch
unwissende Art der Verehrung um Licht und Wissen zu. Beschränkt
man sich so, wird wohl das Treiben der natürlichen Ureigenschaften
selbst in höchster, edelster Gottzuwendung fortwähren. Wenn
aber der Gottliebende ein Gottwissender ist, wird der Liebende ein Selbst
mit dem Geliebten. Dann ist er Erwählter des Höchsten, ist
des Geistes Auserkorener. Entfalte in Dir diese Gott ganz ergreifende
Liebe. Aufgehoben über die Grenzen seiner niederen Natur und
vergeistigt, wird Dir das Herz Gottes unermeßlichen Seins innigstes
Geheimnis offenbaren, wird Deinem Innern das ganze Gefühl, den
Einfluß und die Herrlichkeit seiner göttlichen Macht schenken
und Dir das Tor zu den Mysterium ewigen Entzückens öffnen - ,
denn vollendete Liebe erschließt Dir vollkommnes Wissen.
Diese umfassende Gottesliebe fordert auch, daß all Dein Tun dem
Göttlichen in Dir diene, und in allen Geschöpfen. Der
gewöhnliche Mensrh gehorcht in seinem Tätigsein einern
sündhaften oder tugendsamen Streben, einem niederen oder erhabenen
lebenskräftigen Trieb, einem alltäglichen oder verfeinerten
Willen, einer unklaren gedanklichen und lebensregen Veranlassung. Dein
Tun aber soll frei und wunschlos sein. Ohne Verlangen vollbracht, wirkt
das Geschaffene nicht auf Dich ein und legt Dir keine Ketten an. Es
ist, wenn in vollkommenem Gleichmut, in Frieden und ungestörter Ruhe,
jedoch ohne göttliche Leidenschaft geleistet, zunächst eine
zarte Bürde geistiger Verpflichtung. Später steigt es dann als
göttliches Opfer auf. In seiner höchsten Form kann Dein Werk
der Ausdruck eines, tätiger Einheit frohen, ruhigen Zustimmens
sein. Eine liebende Einheit aber wird Größeres vollbringen,
wird der ersten, sicheren Ruhe tiefes, steigendes Entzücken
Verleihen, - nicht das schwache Feuer selbstsüchtiger Begierde,
sondern ein Meer unendlicher Seligkeit. Sie wird Deine Werke mit
dem lebendigen Bewußtsein und der reinen, göttlichen
Leidenschaft füllen, die sich in Gegenwart des Geliebten erheben.
- Eine immerwährende Freude wird sich ausbreiten,
eine
Freude am Werk für Gott in Dir und allen Wesen. Deines Wissens,
Deiner Taten Krone ist die Liebe. Diese wissende Liebe, die Deiner
Taten Herz sein kann, wird Dir in Deiner höchsten Weihe und
umfassenden Vollendung zur wirksamsten Kraft. Ein vollkommenes
spirituelles Leben ist nur möglich, wenn sich menschliches Wesen
göttlichem Sein vereint. So wende Dich denn ganz dem
Göttlichen zu. Vereine ihm durch Liebe, Wissen und Werk Deine
Natur. Lege willig Dein Herz, Dein Denken und Wollen und all Dein
Gewußtes, ja selbst Deine Sinne und Deinen Körper ihm in die
Hände. Gib Dein Bewußtsein seiner Gestaltung hin, daß
er es auf große Art zur reinen Form seines göttlichen
Bewußtseins bilde. Dein Herz sei ein hell flammendes Gottesherz,
Dein Wille. das unfehlbare Geschehen seines Willen. Dein Sinn, ein
entzücktes Gefühl des Göttlichen und Dein Körper, sei
sein Leib. Verehre ihn und gib Dich hin mit allem was Du bist.
Gedenke sein bei jedem Tun, in jedem Gefühl, mit jedem Gedanken
und jeder Regung. Harre aus, bis all dies ganz sein Eigen ist, bis
er seine sich immer wandelnde Gegenwart so wie im innigsten, geheimen Raume
Deines Geistes auch in den gewöhnlichsten, äußersten
Dingen zu sich erhebt. Auf diesem dreieinigen Weg, kannst Du aus
niederem Dasein zu Deiner verborgenen, überbewußten,
höchst geistigen Natur aufsteigen. Ein Teil hoher Unendlichkeit
und Gottheit und im Gesetz des Seins ihr gleich, ist sie dem Selbst in
seinem Wahrsein eigen, das nun nicht länger in veräußerter
Illusion weilt. Dieser Vollendung und Einheit magst Du Dich in dem ihr
eigenen, ursprünglichen Zustand erfreuen, fern in erhabenem
überirdischen Sein. Aber auch auf Erden kannst und sollst Du sie
verwirklichen, in der körperlichen Welt, hier, im menschlichen
Leib. Dazu genügt es nicht, ruhig, untätig und von den
Ureigenschaften der Natur befreit, im inneren Selbst zu verharren, dem
leeren Treiben in Deinen äußeren Gliedern Zuzusehen und es
gleichgültig geschehen zu lassen. Denn nicht nur das Selbst, auch
die tätige Natur muß dem Göttlichen geweiht und endlich
selber göttlich werden. Alles was Du bist muß in ein
Seins-Gesetz mit der höchsten Seele hineinwachsen.
- Alles muß sich in mein bewußtes,
geistiges
Werden wandeln. Darum sollst Du ganze Hingabe leisten. Komm mit allem
zu mir, mit Deinem ganzen Wesen und Deiner Natur. Nur das wird Dich zur
großen Wandlung und Vollendung führen. Dieser hohe Vollzug
des Großen Werkes wird des Handelns schwere Frage augenblicklich
lösen, wird sie mit all ihren Wurzeln beseitigen. In beschwerliche
Verwicklungen verstrickt gleicht menschliches Tun dem Urwald, in dessen
Verschlingung und Gewirr einige dunkle oder halbhelle Pfade mehr hinein
als hindurchgeschlagen wurden. Aber all diesen Hindernissen und Mühen
findet der Mensch sich nur gegenüber, weil ihn die Unwissenheit
seiner denkenden, lebenden und körperlichen Natur gefangen
hält, deren Eigenschaften ihn beherrschen. Dennoch quält ihn
in seinem Willen eine Verantwortung. Etwas in ihm fühlt sich als
Seele, die sein sollte, was ihm jetzt nicht oder nur sehr unvollkommen
zu sein gelingt: Herr und Meister seiner Natur. So sind denn all seine
Lebensgesetze unvollkommen, zeitwährend und höchstens zum
Teil recht oder wahr. Um die Beschränkungen zu überwinden,
muß er sich selbst, muß die wahre Natur, der Welt in der er
lebt und vor allem das Ewige, daher er kommt, in dem und durch das
er sein Dasein hat, erkennen. Einmal im Besitz wahren Bewußtseins
stellen sich ihm keine Fragen mehr. Denn nun handelt er frei aus Innen,
lebt die Wahrheit seines Geistes, seiner höchsten Natur. In
der Fülle größten Wissens ist nicht er der Vollziehende
sondern das Göttliche, das ewige, unendliche Eine, das in
befreiter Weisheit, Macht und Vollendung in ihm und hin durch ihn
tätig ist.
- In seinem natürlichen Wesen ist der Mensch
ein
harmonisches, leidenschaftliches und träges Geschöpf der Natur.
Wie ihn diese oder jene Ureigenschaft beherrscht erhebt er sie zum
Gesetz seines Seins und Handelns, dem er folgt. Sein träges,
körperliches Sinnesdenken gehorcht entweder angstvoll und unwissend
dem Zwang der Umgebung und den krampfartigen Trieben eigener Begierden,
oder sucht in gewohnter Befolgung einer stumpfen, herkömmlichen
Denkungsart Schutz. Der Begierde leidenschaftliches Sinnen ringt mit
der Welt in der es lebt, sucht beständig Neues zu besitzen, zu
befehlen und zu kämpfen, zu erobern, zu erschaffen, zu ,zerstören
und zu sammeln. Hin- und hergevvorfen zwischen Gelingen und Versagen,
Freude und Schmerz, Triumph und Verzweiflung drängt es
unaufhörlich vorwärts. Welchem Gebot es sich auch immer zu
beugen scheint - am Ende folgt es doch immer nur dem Gesetz seines niederen
Wesens, dem Ich, jenem ruhelosen, unermüdlichen, selbst- und
allesverschlingenden Sinn feindlicher Natur. Der harmonische Verstand
überwindet diesen Zustand, wenn auch unvollkommen. Er
bemüht sich, einem höheren Gesetz zu folgen, als es uns Begierde
und Selbstsucht aufzudrängen suchen und errichtet sich
gesellschaftliche, religiöse und ethische Maßstäbe, sich
unterordnend. Höherem vermag gewöhnliche Vernunft sich nicht
zu öffnen, als die Leitung ihres Denkens und Wollens einem Ideal
zu überlassen, einer praktischen Regel und dieser in der
Lebensführung mit möglichster Aufrichtigkeit zu folgen. Das
harmonische Denken muß jedoch in seine höchsten Fähigkeiten
hinein entwickelt werden, in denen es gelingt, alle Verwirrungen
selbstsüchtiger Antriebe auszurotten, dem Gesetz um seinetwillen,
als unpersönlichem gesellschaftlichem, ethischem oder
religiösem Ideal zu folgen und das Zuleistende um seines Rechtes
willen anteilnahmslos zu vollbringen.
- Die wahrhaftige Wahrheit
aller natürlichen
Tätigkeit aber liegt weniger in äußerem Denken, als in
Inständigem, in diesem einen, daß der Mensch eine Seele ist.
In stoffliche und denkende Natur verstrickt, folgt er durch das innere
Gesetz seines Seins, einer sich entfaltenden Ordnung eigener Entwicklung.
Die Art seines Geistes bestimmt ihm Leben, Denken und Eigenwerden.
Jeder Mensch ist solch ein Eigenwerden, ist Träger des
Gesetzes seines innersten Wesens, das er erkennen, beachten und dem
er folgen muß. Von eigener, innerer Natur bestimmt, wird ihm sein
Tun gültiges Gesetz. Ihm zu folgen, ist die wahre Weise seiner
Entwicklung, es zu mißachten, ein Aufruf an Verwirrung, Irrtum und
Aufschub. Gesellschaftliche, ethische, religiöse oder andere
Gesetze und Ideale dienen ihm, wenn sie sein Eigenwerden zu vollziehen
und erfüllen helfen. Dennoch wird all dieses Tun, auch in
vollkommensten Formen, von den Schranken des Verstandes und dem Spiel
der natürlichen Ureigenschaften bestimmt. Nur wenn sich die Seele des
Menschen findet, kann diese Unwissenheit überwunden und mit der
Verwirrung der Ureigenschaften, aus dem Bewußtsein entfernt werden.
Wohl wird Deine Natur ihren alten Weg fortsetzen und eine Zeit noch auf
niedere Art tätig sein - selbst wenn Du Dich gefunden und in Dir
zu leben begonnen hast. Aber nun kannst Du dieses Tun im vollen Wissen
um Dein Selbst verfolgen und es dem Herrn Deines Daseins weihen.
- So folge denn
dem Gesetz Deines Eigenwerdens, leiste
das Werk das dieses erfordert, welcher Art es auch sei. Weise alle
selbstsüchtigen Triebe, jeden Anlaß zu eigenem Wollen und
beherrschenden Begierden von Dir, bis es Dir mit allem Sein gelingt,
Dich dem Höchsten hinzugeben. Einmal fähig, solches zu
vollbringen wird es Zeit sein, daß Du jeden eigenen Trieb zu
handeln, Deiner innigsten Gottheit weihest, damit Du von allen Lebensregeln
erlöst und von allen Gesetzen des Handelns befreit seist. Des
Göttlichen innige Macht und Gegenwart wird Dir der Weg aus Elend und
Sünde sein und Dich hoch über menschliche Tugend erheben. Du
wirst im unmittelbaren Recht, in der Reinheit spirituellen Seins und
göttlicher Natur leben und tätig sein. Nicht Dein Wollen wird
sich erfüllen, sondern der göttliche Wille, daß er zu
Deinem :göttlichen Glück und dem gestalteten oder geheimen Wohl
Aller (nicht aber Deine niederen Begierden zu stillen), durch Dich hin
sein Werk vollbringe. Von Licht überflutet wirst Du die Gestalt
der Gottheit in der Welt und den Werken der Zeit erkennen, wirst ihren
Sinn begreifen und ihren Aufruf vernehmen.
- Als Instrument wird Deine Natur
ihren Willen empfangen,
welcher Art er auch sei, und ihn fraglos vollziehen. Denn jeden Antrieb
zu handeln, wird von Oben und Innen ein Wissen begleiten, und ein in
göttliche Weisheit, und ihre Bedeutung erleuchtetes Einstimmen.
Ihrer wird die Schlacht sein, ihrer der Sieg und das Reich. So
wirst Du Dich in Leben und Leib vollenden. Und über den Welten
zeitlicher Geburt wird Dir das erhabene, ewige
Wahrheitsbewußtsein eigen sein. Des großen Spirits
höchster Zustand wird Dich aus den Zyklen der Wiedergeburt und den
quälenden Todesängsten für immer befreien. In irdischem
Leben hast Du der Gottheit Ausdruck verliehen, und wenn Deine Seele
auch in Denken und Körperlichkeit herabstieg, wird sie doch immer
des Spirits weite Ewigkeit leben. So ist denn dies die
größte Tat: diese vollkommene Überantwortung Deines
ganzen Selbst und Deiner Natur, diese Hingabe aller Lebensgesetze an
das Göttliche - Dein höchstes Selbst, diese namenlose Sehnsucht
Deines ganzen Seins nach höchster spiritueller Natur. Einmal
vollbracht, sei es im Aufbruch oder später auf dem Weg, wird Dir
Dein Schritt sicher werden, Deine Vollendung gewiß, - wer immer
Du seist oder warst. Eine hohe Gegenwart wird Dir im Innern das
Große Werk abnehmen und es, Deinem Eigenwerden folgend, schnell
vollenden. Als Instrument wird Deine Natur ihren Willen empfangen,
wird göttliche Macht durch Dich vollziehen. Das ist der erhabenste
Weg, weil höchstes Geheimnis und Mysterium und doch bleibt es ein
inneres Geschehen, das hin durch die Zeit von allen verwirklicht werden
kann. Das ist Deines wirklichen spirituellen Daseins tiefste, innigste
Wahrheit.
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